Sehtests sind nicht immer kostenlos

Sehtests sind nicht immer kostenlos

Wer beim Augenoptiker bestimmte Sehtests machen lässt, muss dafür bezahlen. Welche kostenlos sind und für welche Sehtests immer bezahlt werden muss.

Augenoptiker-Sehtest kostenpflichtig oder umsonst?

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Wenn Verbraucher einen Sehtest durchführen lassen, sollten sie die Kosten im Blick behalten.

Wer beim Augenoptiker einen Sehtest machen lässt, muss dafür eventuell zahlen. Entscheidend sei hierbei, welche Art von Sehtest gemacht wird, erklärt Ingo Rütten vom Zentralverband der Augenoptiker. «Eine genaue Brillenglasbestimmung mit entsprechenden Apparaturen erfordert Zeit und ist daher eine Dienstleistung, die es zu bezahlen gilt.»

Sehtest beim Optiker: Die kostenlose Version

Testet der Kunde sein Sehvermögen mit Hilfe einer Tafel mit Buchstaben selbst oder wird die Sehstärke nur grob gemessen, kostet das in der Regel nichts. Den Unterschied machen sowohl die Beratung als auch die eingesetzte Technik aus. Bei der elektronischen Messung wird mit einem sogenannten Autorefraktometer die Sehschärfe grob bestimmt. Dabei blickt der Kunde durch zwei Öffnungen in den Apparat. Dieser projiziert ein Infrarot-Bild auf den Augenhintergrund des Kunden. Der Optiker stellt die Projektion so ein, dass sie im Augenhintergrund des Betrachters scharf erscheint. Mittels der so gewonnen Messdaten kann er den ungefähren Grad der Sehschwäche ermitteln.

Sehtests beim Optiker: Diese kosten etwas

Bei dem ausführlichen Sehtest werden dagegen mit dem Phoropter, einer Art Riesenbrille, verschiedene Brillenglasstärken durchprobiert. Der Kunde versucht dabei, Buchstaben oder Zahlen auf einer entfernten Tafel zu erkennen. Anhand der Aussagen des Kunden nähert sich der Augenoptiker so weit wie möglich der idealen Sehhilfe an. Im Schnitt verlangten die Optiker 10 bis 20 Euro für diesen Test der Sehschärfe. Kauft der Kunde nach dem Sehtest eine Brille, wird diese Summe oft angerechnet.

Vorher fragen, ob der Sehtest kostenlos ist

Einige Optiker, gerade Filialen großer Ketten, bieten die Bestimmung aber auch gänzlich kostenlos an- gerade wenn jemand schon einmal eine Brille bei ihnen gekauft habe. Daher glauben viele Kunden, der Sehtest sei immer umsonst. «An sich haben die Optiker aber einen Anspruch auf Bezahlung», betont Rütten. Also: Kunden sollten vorher nachfragen, ob ein Sehtest kostenlos ist.

Sehtests für die Führerscheinprüfung kosten Geld

Generell kostenpflichtig sind Sehtests für die Führerscheinprüfung. Diese kosten knapp 6 Euro. «Dabei wird aber nicht die Schärfe, sondern nur die Sehfähigkeit allgemein untersucht», sagt Rütten. Sehtests zur Brillenglasbestimmung kann auch ein Augenarzt machen. Zusätzlich kann dieser auch Diagnosen zu Sehbeschwerden wie einer Rot-Grün-Schwäche oder Grauem Star stellen. Ein Optiker darf das nicht.

Wann Krankenkassen Sehtests bezahlen

Testet ein Augenarzt die Sehschärfe der Augen, werden diese Kosten von den Krankenkassen übernommen, sobald dafür eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Dies ist der Fall, wenn der Patient das Gefühl hat, dass seine Augen schlechter geworden sind. Selbst bezahlen muss der Patient Tests für private Zwecke, wenn er beispielsweise eine Bescheinigung über seine Sehstärke für Prüfungen einreichen muss. Auch besonders umfangreiche Komfort-Tests, die manche Augenärzte anbieten, werrden nicht von den Kassen getragen.

Sehtest beim Augenarzt

Wer etwa vor dem Urlaub noch schnell prüfen lassen will, ob seine Sehstärke nachgelassen hat, sollte zum Optiker gehen. Hier gibt es im Gegensatz zum Arzt meist keine langen Wartezeiten. Generell sollte man aber zum Augenarzt gehen, wenn neben einer verschlechterten Sehschärfe noch weitere Probleme mit den Augen auftreten oder man bisher weder Brille noch Kontaktlinsen trägt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 14. März 2018 18:13 Uhr