Kontaktlinsen: Vor- und Nachteile harter und weicher Linsen

Kontaktlinsen: Vor- und Nachteile harter und weicher Linsen

Kontaktlinsen verändern das Aussehen ihrer Träger nicht und sie sind in vielen Situationen komfortabler als eine Brille. Leider haben sie auch einige Nachteile.

Kontaktlinsen

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Welche Kontaktlinse die richtige ist, hängt davon ab, ob sie von morgens bis abends oder nur zwischendurch im Einsatz ist.

Wer sich für Kontaktlinsen interessiert, sollte zuerst einen Termin beim Augenarzt vereinbaren. Zwar darf ein Optikermeister grundsätzlich die gleichen Sehhilfen anpassen wie ein Augenarzt. Doch nur der Mediziner kann mit Sicherheit sagen, ob die Augen gesund sind und daher nichts gegen den Einsatz von Kontaktlinsen spricht. Bis zu zwei Stunden kann die erste Anpassung beim Arzt in Anspruch nehmen.

Harte oder weiche Kontaktlinsen?

Grundsätzlich gibt es zwei Typen von Linsen: weiche und formstabile, die oft auch als harte bezeichnet werden. Beim Anfassen gibt es zwar immer noch das Gefühl von «hart» oder «weich», aber beide Produkttypen bestehen heute aus anderen Kunststoffen als früher und haben dadurch auch andere Trageeigenschaften.

Welcher Typ infrage kommt, hängt zum einen vom Ergebnis der Augenuntersuchung ab. Dabei wird unter anderem die Sehkraft bestimmt, die Hornhautoberfläche vermessen und der Zustand des Tränenfilms überprüft.

Zum anderen spielen die Ansprüche des Trägers eine Rolle: Wer die Linsen täglich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen im Auge haben möchte, braucht andere als jemand, der sie nur beim Sport oder ein-, zweimal die Woche zum Ausgehen tragen will.

Disposables, Tageslinsen, Einweg-Linsen

Daneben stellt sich die Frage, ob es konventionelle, also länger verwendbare weiche oder formstabile Linsen sein sollen, oder solche, die nach kurzer Tragedauer entsorgt werden. Diese sogenannten Disposables machen etwa 85 Prozent der verkauften Linsen aus, am beliebtesten sind Vier-Wochen-Linsen.

Die Disposables greifen aber nur in 75 Prozent der Fehlsichtigkeiten. Außerdem erfordern sie genauso viel Pflege wie konventionelle und sind nur dann preisgünstiger, wenn sie nicht so häufig zum Einsatz kommen.

Formstabile Kontaktlinsen sind am besten für das Auge
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Einsetzen und Reinigen der Kontaktlinsen erfordert Feingefühl.

Auf Dauer am gesündesten sind Experten zufolge formstabile Linsen. Sie werden ständig mit Tränenflüssigkeit unterspült, die das Auge mit Sauer- und Nährstoffen versorgt. Krankheitskeime und Chemikalien aus dem Linsenreiniger haben aufgrund der Materialbeschaffenheit wenig Chancen, sich festzusetzen und das Auge zu schädigen. Genutzt werden können sie etwa 18 Monate, im Idealfall sogar etwas mehr als doppelt so lange. Oft wird die Linse für jedes Auge individuell angepasst.

Vorteile weicher Kontaktlinsen

Weiche Linsen sind immer nur zweite Wahl, wenn Linsen täglich getragen werden sollen. Sie haben allerdings den Vorteil, dass das Eingewöhnen schneller geht. Und wer in staubiger Umgebung unterwegs ist, verspürt seltener ein Kratzen oder Reiben, wenn Staub unter die Linse gerät. Die Nutzungsdauer von weichen Linsen liegt bei maximal einem Jahr, und meist gibt es nur eine Passform, die für alle Augen genommen werden muss.

Tipps zum richtigen Umgang mit Kontaktlinsen

Probleme mit Kontaktlinsen treten meist wegen zu langem Tragen oder Hygienefehlern auf.

Vor jedem Hantieren mit den Linsen werden deshalb die Hände am besten gründlich gewaschen und abgetrocknet. Der Behälter für die Sehhilfen sollte nach jedem Gebrauch gereinigt und getrocknet werden. Er muss regelmäßig desinfiziert und möglichst alle vier bis sechs Wochen ersetzt werden.

Pflegelösungen nicht verdünnen und auch nicht mehrfach verwenden. Auch sollten die Linsen nicht mit Wasser abgespült werden. Denn darin befinden sich Akanthamöben, die eine gefährliche Hornhautinfektion auslösen können.

Notfall-Brille muss sein

Eine Brille muss man immer als Ersatz haben. Denn sobald der Träger einen Infekt oder rote Augen hat, und sei es nur eine leichte Erkältung, sollten die Linsen nicht getragen werden. Sonst drohen unumkehrbare Schäden am wichtigsten Sinnesorgan des Menschen.

Kosten von Kontaktlinsen

Die Kosten müssen Patienten in der Regel komplett selbst tragen, es sei denn sie sind jünger als 18 Jahre: Dann erstattet die gesetzliche Krankenkasse einen Festbetrag. Für die erste Anpassung fallen zwischen 100 und 150 Euro an, für ein Paar formstabile Linsen je nach Machart und Qualität weitere 250 bis 350 Euro. Hinzu kommen Kosten für Pflegemittel und regelmäßig zu erneuernde Aufbewahrungsbehältnisse.

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Quelle: kra/BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. April 2016 10:59 Uhr

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