Katzenhaarallergie: Haustier, nein danke!

Katzenhaarallergie: Haustier, nein danke!

Haustiere sind beliebt, doch viele Menschen reagieren allergisch auf Katzen, Hunde oder Hasen. Dabei sind die Haare gar nicht das Problem.

Katze

© dpa

Ist ein Familienmitglied allergisch gegen Tierhaare, sollte man auf ein Haustier lieber verzichten.

Die Deutschen sind sehr tierlieb: Über 22 Millionen Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Kleintiere leben unter ihren Dächern. Doch wenn Herrchen oder Frauchen auch außerhalb der Pollenflug-Hochsaison die Nase läuft oder die Augen tränen, kann das an den treuen Vierbeinern liegen. Bevor man sich aber von Fiffi, Kitti oder Hoppel trennt, hilft ein Gespräch mit dem Hausarzt.

Tierhaare sind nicht die Allergieauslöser

"Tierhaare gehören mit zu den häufigsten Auslösern allergisch bedingter Atemwegsbeschwerden", sagt Dr. Sabine Voermans, Ärztin bei der TK. Doch es sind nicht die Haare selbst, die die Haut zum Jucken bringen oder die Nase anschwellen lassen. Vielmehr stammt das eigentliche Allergen aus dem Schweiß, Speichel oder Urin der Tiere, so die Medizinerin. Die Allergene setzen sich auf den Tierhaaren und im Hausstaub fest und gelangen so in die Raumluft.

Katzen-Allergene können überall sein

Wissenschaftler haben festgestellt, das selbst nach dem Entfernen einer Katze aus der Wohnung noch über Monate Katzen-Allergene in der Luft nachgewiesen werden konnten. Zudem kleben die Haare an der Kleidung fest und tragen die Allergene überall hin. So kommen Allergiker inzwischen auch dort mit Allergenen in Kontakt, wo es überhaupt keine Tiere gibt - zum Beispiel beim Probesitzen in einem Möbelhaus. In Kindergärten konnten Katzenallergene in einer Konzentration nachgewiesen werden, die bei Allergikern die typischen Symptome wie Atemnot verursachen können.
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Tierhaar-Allergie erkennen und behandeln

Da Allergene unterschiedlicher Tiere inzwischen überall vorkommen, sollten Betroffene im Verdachtsfall zu einer Untersuchung (Blutuntersuchung oder Prick-Test) und einem Gespräch mit dem Hausarzt. Bestätigt sich der Verdacht, wird der Mediziner zu einer Behandlung (zum Beispiel Hyposensibilierung) raten, aber auch darauf drängen, das Tier in andere Hände zu geben.

Tipps für Tierhaar-Allergiker:

  • Jeden Kontakt mit Haustieren meiden
  • Wohnung allergenarm einrichten: glatte Holz- oder Keramik-Böden statt dicker Teppiche, waschbare Gardinen statt dicker Stores, keine Textil-Tapeten oder Wandbehänge.
  • Schuhe und Mäntel schon im Flur ausziehen, um keine Allergene in die Wohnung zu tragen
  • Staubsauger mit Pollenfilter einsetzen, Böden nass wischen.
    Beim Besuch von Tier-Freunden: möglichst draußen im Garten oder auf dem Balkon treffen. Es reicht nicht, Katze oder Hund vor dem Allergiker zu verbergen.
  • Bei leichter Allergie: Haustiere nicht in die Schlafräume lassen, gut lüften und Türen geschlossen halten.
  • Wenn ein Elternteil selbst Allergiker ist, sollten auch die Kinder auf ein haariges Haustier verzichten. Manche Tierarten wie die beliebten Kaninchen können allerdings auch im Winter draußen leben und lassen sich im Garten halten.

Quelle: Techniker Krankenkasse

| Aktualisierung: Freitag, 13. Juli 2018 08:50 Uhr

Thema Allergien