Kinder zu gesundem Essen verführen- So gehts

Kinder zu gesundem Essen verführen- So gehts

Kinder können beim Essen sehr eigenwillig sein. Damit der Streit darum nicht zur Machtfrage wird, sollten Eltern nicht den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Essen probieren

© dpa

Wenn Eltern gern verschiedene Geschmacksrichtungen probieren, macht das den Nachwuchs neugierig.

«Das mag ich nicht!» ist der Terrorsatz für alle kochenden Mütter und Väter, die mit einer ausgewogenen Mahlzeit versuchen, ihrem Nachwuchs Lust auf Gesundes zu machen. Doch aus Geschmacksverweigerern können auch leicht kulinarische Entdecker werden.

«Gehen Sie nicht den Weg des geringsten Widerstandes», warnt Dagmar von Cramm, Autorin und Ernährungsexpertin aus Freiburg geplagte Eltern. «Was auf den Tisch kommt, muss zumindest probiert werden. Und wenn etwas nicht schmeckt, muss vom Rest mehr gegessen werden.»

Frage ums Essen wird zum Machtspiel

Oft ist die Frage ums Essen ein reines Machtspiel zwischen Kind und Eltern: «Besonders kleine Kinder versuchen immer wieder Grenzen auszutesten», erklärt Wiebke Franz, Diplom-Ökotrophologin beim Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung im hessischen Wettenberg.

Doch wenn Eltern dauerhaft nachgeben, bilden sich die seltsamsten Unsitten: Manche Kinder essen nichts Grünes oder bestimmte Gemüsesorten nur roh, andere verweigern jede Form von Fisch oder wollen auf alles Ketchup haben. «Da wird das Kochen zum Kraftakt.»

Fertigprodukte schränken die Geschmacksentwicklung ein

Essen ist, bis auf wenige Geschmacksausnahmen, eine Frage der Gewöhnung. «Eltern müssen früh damit anfangen, ihrem Kind eine ausgewogene Ernährung anzubieten», fordert von Cramm. Nach dem Stillen und der Flaschenkost sollte so oft wie möglich frisch gekocht werden.

«Fertigprodukte aus dem Glas oder der Tüte schränken die Geschmacksentwicklung ein.» Das gelte auch für ältere Kinder: Die Zusatzstoffe in vielen Tiefkühl- und Fertigprodukten verfälschen den wahren Lebensmittelgeschmack. Ein Beispiel: Kinder, die Erdbeeren nur aus Joghurts oder stark gezuckert kennen, mögen die natürliche Frucht nicht mehr.

«Gesüßte Lebensmittel senken auf Dauer die Süßschwelle», erklärt Franz. Die Folge: Es muss immer mehr gezuckert werden, um das gleiche Süßerlebnis zu haben.

Es ist normal, dass Kinder manche Sachen nicht mögen

Dabei ist es völlig normal, dass Kinder manche Sachen nicht mögen. «Problematisch wird es erst, wenn Kinder eine wichtige Lebensmittelgruppe, zum Beispiel Gemüse, vollständig ablehnen oder ihren Hunger überwiegend außerhalb der Hauptmahlzeiten stillen», warnt die Ernährungsberaterin Gudrun Donig im Online-Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. «So weit sollte man es gar nicht erst kommen lassen.»

Eltern sollten auch beim Essen Vorbild sein

Der beste Weg, Kinder an eine vielfältige Ernährung heranzuführen, ist das eigene Vorbild: «Eltern geben mit ihrem Essverhalten den Weg vor», sagt Franz.

Gemeinsam einkaufen, auf den Markt gehen, regelmäßig die Kleinen mitkochen lassen und - ganz wichtig - auch zusammen essen: «So wird das Essen zu einem positiven Erlebnis mit ganz vielen Möglichkeiten, Neues zu entdecken.» Noch besser sei es, wenn Kinder Gemüse selbst anbauen können. Die Möhren oder Radieschen aus dem eigenen Garten schmeckten den kleinen Gärtnern immer.

Buch-Tipp:

Besser iss das! Gesünder kochen für Kinder
Dr. Oetker/Ceres Verlag
ISBN-13:978-3-7670-0987-5
Preis: 12,95 Euro

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 17. Mai 2013 18:36 Uhr

Kinder-Gesundheit