Die 10 größten Fehler beim Grillen

Die 10 größten Fehler beim Grillen

Die Flammen mit Bier löschen, das Fleisch mit der Gabel wenden und dann die Wiener Würstchen auf den Grill? Keine gute Idee. Die größten No-Gos - und wie man es besser macht.

Platz und Ruhe beim Grillen

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Der Rost sollte nicht zu voll sein. Denn nur so gart das Grillgut auf den Punkt.

Damit Fleisch, Würstchen und Gemüse optimal schmecken, müssen sie auf den Punkt gegrillt werden. Das gelingt nur, wenn der Rost nicht zu voll ist. Neben der Überbelegung des Rosts gibt es aber noch weitere Fehler, die viele Hobbyköche machen. Fleisch mit Bier abzulöschen, zum Beispiel. Die zehn größten Fehler beim Grillen im Überblick.

1. Auf einem versifften Rost grillen

Verkohlte Essensreste, gammlige Marinade und altes Fett an den Grillstäben können einem gehörig den Appetit versauen. Wer sein Essen und seine Gesundheit halbwegs ernst nimmt, brennt den Rost nach jedem Grillen aus und entfernt die Reste mit einer Edelstahlbürste. Gepflegt und vorbereitet wird der Rost, indem er mit Öl bepinselt und dann eventuell eingebrannt wird.

2. Das Fleisch direkt aus dem Kühlschrank grillen

Vom Kühlschrank direkt auf den Grill, das geht zulasten des Geschmacks und der Qualität. Außen ist das Fleisch schnell gar und braun, doch im Inneren passiert nicht viel. Erst bei Zimmertemperatur wird das Ergebnis perfekt. Um den Temperaturschock zu verhindern, wird Fleisch etwa eine halbe Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank geholt. Dort kann es sich akklimatisieren, eher es auf den Rost umzieht. Sonderregeln gelten für Geflügel, Hack und Fisch. Da sie verderblich sind, werden sie so lange wir möglich gekühlt und dann gut durchgegart.

3. Fleisch und Würstchen liegt dich an dicht

Nur weil alles auf einmal auf dem Grill liegt, bedeutet nicht, dass auch alles gleichzeitig durch ist. Im Gegenteil. Für eine gleichmäßige Garung braucht es mehrere Temperaturzonen und Platz zum Jonglieren. Drei Zonen sind ideal. Um sie zu schaffen, werden Briketts bzw. Kohle in Treppenform angeordnet. Rind wird über der obersten Stufe angebraten. Dort ist es besonders heiß. Danach wandert das angegrillte Fleisch auf die mittlere Stufe. Mit Würstchen ist es umgekehrt: Sie werden zart angegrill und bekommen erst am Ende ihre Knusperschicht.

4. Das Grillgut wird immer wieder gewendet

Wer Fleisch, Würstchen, Gemüse und Co. häufig wendet, hat keine Chance auf ein schönes Grillmuster. Das sogenannte Branding bekommt nur, wer jede Seite genau zwei Mal wendet, und zwar um 45 Grad. So entsteht ein hübsches Rautenmuster. Würstchen werden hingegen nur ein Mal gewendet. Und einen guten Grill braucht es auch, mit Roststäben von mindestens einem halben Zentimeter Durchmesser. Für die Grillstreifen müssen die Stäbe sehr heiß werden. Bei dünnen Streben funktioniert das einfach nicht.

5. Gewendet wird mit der Gabel

Fleisch und Würstchen werden am möglichst mit einer Grillzange umgedreht. Wer die Gabel nimmt, nimmt in Kauf, dass Saft und Fett aus dem Grillgut laufen. Das macht das Fleisch sehr trocken und zäh und wirbelt die Asche auf, die wiederum auf dem Essen landet. Tropft Fett in die Glut oder auf den Elektrogrill, entstehen als krebserregend eingestufte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Gefährlich sind auch Käsewürstchen: sie können beim Stich mit der Gabel aufplatzen, der Käse einem ins Gesicht spritzen. Die Grillzange hat gegenüber der Gabel außerdem den Vorteil, dass der lange Stiel die Hitze der Glut auf Abstand hält.

6. Flammen werden mit Bier gelöscht

Nein, werden sie nicht. Denn auch das wirbelt die Asche auf, die dann mitgegessen wird. Diese sehr deutsche Unsitte gilt unter Profis als Todsünde beim Grillen. Weitere Nachteile sind, dass die Marinade abgewaschen wird und die Hitze dahin ist. Auch Fleisch in Bier einzulegen ist keine gute Idee. Das macht das Fleisch nur bitter. Bier, so die einhellige Meinung unter Grillexperten, ist ausschließlich zum Trinken da.

7. Grillen mit Aluschalen und -folie

Die Aluschicht schützt Grillgut vor dem Verbrennen, verhindert das Tropfen von Fett in die Glut und erhält die Aromen. Leider halten Folien und Schalen aber auch die Hitze ab. Oft klebt auch das Grillgut daran fest und lässt sich nur schlecht lösen. Ein weiterer Nachteil: Saures und Salziges löst Aluminiumionen aus der Folie, die mit der Nahrung in den Körper gelangen. In größeren Mengen kann der Stoff u.a. das Nervensystem schädigen, die Fruchtbarkeit schädigen und sich in der Lunge anreichern. Wer die Schalen nutzt, tupft die Marinade vor dem Kontakt mit dem Aluminium gut ab und salzt hinterher. Grillschalen aus Edelstahl sind eine Alternative.

8. Vormariniertes Fleisch grillen

Das eingelegte Fleisch aus dem Discounter oder Supermarkt ist preiswert und schnell. Leider steckt in den Packungen oft Ware, deren wahres Alter von der Marinade gut verdeckt ist. Und viel zu viel Salz ist auch drin. Gesünder ist es, Fleisch von guter Qualität zu kaufen und selbst zu marinieren. Die Marinade sollte erste gegen Ende der Grillzeit aufgetragen werden, damit sie nicht verbrennt. Vor allem darin enthaltener Honig und Zucker verkohlen schnell. Eine gute Alternative zu Marinaden sind übrigens Rubs. Die Gewürzmischungen werden vor dem Grillen in das Fleisch einmassiert.

9. Gepökeltes oder Geräuchertes grillen

Das Nitritpökelsalz auf Kasseler, Wiener Würstchen, Bockwürsten oder Leberkäse reagiert bei Hitze mit den Eiweißen in den Fleischwaren. Dabei entstehen Nitrosamine, die als krebserregend gelten. Geräucherter Speck und Schinken enthalten bereits Verbrennungsschadstoffe aus dem Rauch. Durch das Grillen würde sich ihr Gehalt weiter erhöhen - zum Nachteil der Gesundheit.

10. Das Fleisch sofort nach dem Grillen essen

Vor allem Steak braucht nach dem Grillen eine Ruhezeit, damit sich die Fleischsäfte wieder verteilen können. Fünf Minuten sind eine gute Richtlinie. In Alufolie eingepackt hält das saftige Steak sogar die Temperatur.
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Quelle: BerlinOnline

| Aktualisierung: Freitag, 3. Mai 2019 15:45 Uhr

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