10 Mythen rund ums Essen

10 Mythen rund ums Essen

Einige Ernährungsmythen halten sich über Generationen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt. Welche Regeln längst überholt sind und welche ihre Berechtigung haben.

  • Brot© dpa
    1. Dunkles Brot ist gesünder als helles. Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl für die Gesundheit. Sie sättigen länger und enthalten mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte. Aber: Nicht jedes dunkle oder körnige Brot oder Brötchen ist auch ein Vollkornprodukt. Immer mehr Brötchen werden mit Malzextrakt dunkel und mit Sonnenblumenkernen körnig gemacht - eben weil es gesünder aussieht und die Kunden bereit sind, mehr Geld dafür auszugeben.
  • Spinat© dpa
    2. Spinat darf nicht noch einmal aufgewärmt werden. Diese Ernährungsregel ist sehr alt und stimmt nicht. Sie stammt aus Zeiten, in denn es keinen Kühlschrank gab. Das Problem sei nicht das zweite Aufwärmen, sondern das langsame Abkühlen: Kühlt gekochter Spinat nur langsam ab, wandeln Bakterien im mittleren Temperaturbereich ungefährliches Nitrat in schädliches Nitrit um.
  • Tomaten© dpa
    3. Der Tomatenstrunk ist giftig. Die grünen Stellen an der Tomate enthalten Solanin. das Gift dient der Pflanze zur Abwehr von Schädlingen. Bei Menschen können Vergiftungserscheinungen wie Kopf- und Bauchschmerzen auftreten, wenn sie sehr viel Solanin aufnehmen. Dafür müsste ein Erwachsener aber eine sehr große Menge unreifer Tomaten oder Strünke essen.
  • Kaffee© dpa
    4. Kaffee entzieht dem Körper Wasser. Zur Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser zu trinken, ist zwar löblich. Notwendig ist es jedoch nicht. Denn der Kaffee wird wie alle anderen Getränke in die Flüssigkeitsbilanz einbezogen. Insgesamt sollte ein körperlich wenig aktiver Erwachsener bei mitteleuropäischen Temperaturen pro Tag etwa 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen - Kaffee inklusive.
  • Gurke© dpa
    5. In der Schale sind die meisten Vitamine. Das stimmt tatsächlich, die meisten Vitamine und sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sitzen bei Obst und Gemüse direkt in oder unter der Schale. Der Vorteil überwiegt die gesundheitlichen Gefährdung durch mögliche Pestizide in der Schale.
  • Gojibeeren© dpa
    6. Superfood macht fit und beugt Krankheiten vor. Das stimmt nur teilweise. Als Superfoods gelten Lebensmittel mit besonders vielen Nährstoffen. Eine offizielle Definition des Begriffs gibt es aber nicht. Ob ein Lebensmittel wirklich fit macht und Krankheiten vorbeugen kann, hänngt vom jeweiligen Produkt ab. Heimisches Superfood wie zum Beispiel Kohl ist gesund und macht fit. Von exotischen Lebensmitteln wie Gojibeeren, Chiasamen oder Acaipulver raten Experten dagegen ab.
  • Brokkoli© fuzzy/ www.photocase.com
    7. Gefrorenes Essen verdirbt nicht. Das stimmt so nicht. Lebensmittel einzufrieren ist an sich eine gute Methode, um sie mittel- bis langfristig aufzubewahren. Durch das Lagern bei Temperaturen von minus 18 Grad bleiben Nährstoffe, Geschmack und das Aussehen weitestgehend erhalten. Mit der Zeit finden aber trotzdem Abbauprozesse statt, die dafür sorgen, dass die Lebensmittel irgendwann nicht mehr gut schmecken.
  • Chips© dpa
    8. Abends essen macht dick. Wer zu viele Kalorien zu sich nimmt, nimmt zu. Wer zu wenig Kalorien zu sich nimmt, nimmt ab - egal, zu welcher Tageszeit. Für Gesunde in einer normalen Gewichtsgruppe ist es daher nicht relevant, wann sie das Essen einnehmen. Wer abnehmen möchte, kann aber trotzdem ausprobieren, abends auf das Essen zu verzichten. Denn vielen Menschen fällt es leichter, am Abend auf eine Mahlzeit zu verzichten als am Morgen.
  • Käse© dpa
    9. Käserinde darf man nicht mitessen. Kommt drauf an. Entscheidend ist, wie die Rinde entstanden ist. Natürlich gereifte sowie unbehandelte Käserinden sind essbar und geben wie etwa bei Edelschimmelkäse ein besonderes Aroma. Künstliche Käserinden aus Wachs oder Kunststoff sind dagegen nicht zum Verzehr geeignet. In diesem Fall muss ein entsprechender Hinweis auf der Verpackung stehen.
  • Schnaps© dpa
    10. Ein Schnaps nach dem Essen hilft der Verdauung. Der Schnaps nach dem Essen ist für viele ein liebgewonnenes Ritual, der Verdauung hilft er aber eher nicht auf die Sprünge. Alkohol regt zwar die Magensäureproduktion an, bei der Fettverdauung hilft er aber nicht. Vielmehr spaltet der Verdauungstrakt vor dem Fett erst einmal den Alkohol auf, weil er auf diese Weise einfacher Energie gewinnt. Fettreiche Kost wird mit Schnaps so eher langsamer verdaut.

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