Schwarzwurzel: Gesunder Winterspargel mit feinem Geschmack

Schwarzwurzel: Gesunder Winterspargel mit feinem Geschmack

Die Schwarzwurzel ist wenig ansehnlich und das Putzen eine Sauerei. Doch der Aufwand lohnt sich. Denn die Wurzel bietet wertvolle Inhaltsstoffe und einen einzigartigen Geschmack.

  • Blick auf eine ungeschälte Schwarzwurzel© dpa
    Beim Schälen der Schwarzwurzel tritt weißer Saft aus, welcher klebt und sich nach kurzer Zeit braun färbt. Deshalb empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen.
  • Eine Schwarzwurzel© dpa
    Die Schwarzwurzel ist - im Gegensatz zum Spargel - außen schwarzbraun und innen weiß.
  • Schwarzwurzelsuppe© dpa
    Die Schwarzwurzel kann auch zu einer Suppe verarbeitet werden.
  • Panierter Winterspargel© dpa
    Der panierte Winterspargel als Solo-Gericht und Beilage in einem.
Eine dunkle erdige Schale, eine lange und schmale Form - die Schwarzwurzel wirkt auf den ersten Blick nicht gerade wie eine kulinarische Überraschung. Doch der Schein trügt. Die Schwarzwurzel wird in Deutschlands Küchen wieder populärer. Eigentlich kommt die Pflanze aus Südeuropa, sie wird inzwischen aber in ganz Europa angebaut. Auf dem Markt oder im Supermarkt können wir sie meist zwischen November und März kaufen.

Schwarzwurzeln sind gesund

Auch wenn sie äußerlich nicht so hübsch ist: Die Schwarzwurzel hat es in sich. Zum einen überzeugt sie durch ihr feines und würziges Aroma, das an Spargel erinnert. Zum anderen enthält das Gemüse viel Kalium, Kalzium, Eisen und Vitamin B1. Kalium wirkt entwässernd und abführend, der hohe Eisengehalt der Wurzel hilft, um die Organe optimal mit Sauerstoff zu versorgen.

Ballaststoffreich und kalorienarm

Im weißen Milchsaft der Schwarzwurzel stecken Bitterstoffe und der Ballaststoff Inulin, erläutert der Verbraucherinformationsdienst aid. Der ist gut für eine funktionierende Verdauung, schützt vor Verstopfungen und senkt den Cholesterinspiegel. Dabei ist das Gemüse etwas für Figurbewusste: Es enthält pro 100 Gramm nur 16 Kilokalorien.

Schwarzwurzeln putzen: So geht's

Das Putzen der Schwarzwurzel ist jedoch sehr aufwendig, und der austretende Saft kann die Hände verfärben. Deshalb tragen Köche beim Verarbeiten am besten Gummihandschuhe. Man kann die Stangen unter fließendem Wasser mit einer Wurzelbürste säubern, schälen und in wenig Salzwasser dünsten.

Stangen bleiben in Essigwasser schön weiß

Sie lassen sich aber auch mit Schale kochen und im Anschluss pellen. Werden die geschabten Wurzeln nicht sofort verwendet, legt man sie am besten in Zitronen- oder Essigwasser. So bleiben sie schön weiß. Milch funktioniert auch, wenn man den Geschmack nicht beeinflussen will. Ein Richtwert: Die Schwarzwurzel zu kochen, dauert 20 bis 25 Minuten.

Nicht nur als Beilage lecker

Die Schwarzwurzel ist nicht nur gesund, sondern auch lecker. Sie schmeckt sehr intensiv: würzig und leicht nussig, aber ohne sogenannte Störnoten. Und deshalb muss sie auch nicht unbedingt nur Beilage sein. Das Gemüse ist universell einsetzbar, kann auch gebraten, frittiert oder zu einer Suppe verarbeitet werden.

Schwarzwurzel richtig kombinieren

Ganz klassisch passt das Gemüse zu Wildfleisch wie Reh, Wildschwein oder Ente. Auch zu Fisch eignet es sich sehr gut. Die Schwarzwurzel schmeckt im Quiche wie im Risotto. Eingewickelt in Schinken oder mit Sauce Hollandaise mundet der feine Winterspargel ebenfalls.

Schwarzwurzeln einfrieren oder einlegen

Wer die Schwarzwurzel nicht nur in den Wintermonaten genießen will, kann sie theoretisch auch einfrieren. Allerdings nicht roh. Man sollte sie erst schälen, leicht ankochen und erst dann einfrieren. So verhindert man, dass im Eisfach die Zellmembranen zerstört werden. Alternativ kann man die Schwarzwurzel ähnlich wie Sauerkraut oder Kimchi milchsauer einlegen. Dann hält sie sich mehrere Monate.
Fermentiertes Gemüse
© dpa

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  • Wintergemüse© Tourismuszentrale Rügen
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Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: Mittwoch, 9. Januar 2019 12:15 Uhr