Fisch: Bedrohter Speisefisch und gute Alternativen

Fisch: Bedrohter Speisefisch und gute Alternativen

Fisch ist gesund, viele finden ihn auch lecker - und trotzdem sollte man ihn nur in Maßen genießen, finden Umweltschützer. Von manchen Speisefischen sollte man ihrer Ansicht nach ganz die Finger lassen.

  • Lachs© dpa
    Lachs mit Bio-Siegel ist Experten zufolge eine gute Wahl: Hier können Verbraucher darauf vertrauen, dass bestimmte Standards beim Fischfang eingehalten wurden.
  • Räucheraal© dpa
    Räucheraal schmeckt zwar lecker - sollte aber nach Ansicht von Umweltschützern nicht auf dem Speiseplan stehen. Nach Angaben des WWF ist der Aal sogar vom Aussterben bedroht.
Thunfisch lieber nicht, aber Lachs ist doch okay - oder? Beim Fischkauf herrschen oftmals Verwirrung und Unwissen darüber, wie es den Beständen geht. Verbraucher sollten allerdings nicht nur auf die Fischart achten, sondern auch die Fangmethode hinterfragen.

Gesunde Bestände: Alaska-Wildlachs oder Nordsee-Hering

Wer regelmäßig Fisch kauft, entscheidet sich laut Empfehlungen von Experten am besten für Nordsee-Hering und Wildlachs aus Alaska. Bei diesen Arten können Verbraucher sicher sein, dass die Bestände gesund sind.
«Auch Bio-Forelle und Karpfen aus europäischer Zucht sind empfehlenswert», sagt Catherine Zucco, Fischereiexpertin beim WWF Deutschland.

Auf diese Fische besser verzichten

Von Aal, Blauflossenthunfisch, Wittling sowie Ostsee-Dorsch rät sie dagegen ab: Diese Bestände sind überfischt, wie die Naturschutzorganisation in ihrem aktuellen Fischratgeber erklärt.

Fangmethode darf nicht außer Acht gelassen werden

Entscheidend ist laut WWF aber nicht nur, welchen Fisch die Verbraucher in die Einkaufskörbe legen, sondern auch, wie er gefangen wurde. Die Fangmethode muss auf der Verpackung deklariert sein. Unproblematisch sei beispielsweise der Fang mit Handleinen: Hier kann man sogar guten Gewissens zu Bonito-Thunfisch greifen, der in den meisten Konserven drin ist. Thunfisch, der mit anderen Fangmethoden aus dem Wasser geholt wurde, sei dagegen nicht empfehlenswert.
Das Problem bei Fanggeräten wie Schleppnetzen oder Langleinen ist, dass dadurch sehr viel Beifang entsteht - vor allem junge Fische, Meeresschildkröten und Haie. «Die sterben dann», sagt Zucco.

Auf Fisch ohne Siegel verzichten

Die Expertin rät Fischliebhabern, am besten auf Bioprodukte zu setzen oder Produkte mit MSC- oder ASC-Siegel zu kaufen. Das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) wird für Wildfänge vergeben, das ASC-Siegel (aquaculture Stewardship Council) für Fische aus Aquakulturen. Bei beiden Siegeln kontrollieren unabhängige Zertifizierer, dass mit wenig Beifang gefischt wird, dass der Bestand gut ist und die Lebensräume der Tiere geschont werden.

Herkunft und

Wer am liebsten an der Fischtheke kauft, sollte sich nicht scheuen, den Verkäufer nach Herkunft und Fangmethode zu fragen, rät der WWF. Der Preis alleine sei kein Kriterium für nachhaltigen Fischfang: «Gerade bei teuren Exoten aus tropischen Gewässern, etwa Schnapper oder frischer Thunfisch, kann man sich nicht sicher sein», sagt Zucco. Beide Arten stammten meist aus Entwicklungsländern, in denen Fänge nicht gut zu kontrollieren sind.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 22. Oktober 2018 17:33 Uhr