Ernährungstrends von Paleo bis Veggan

Ernährungstrends von Paleo bis Veggan

Auch die Ernährungsgewohnheiten sind Veränderungen unterworfen - heute mehr den je. Denn viele Menschen beschäftigen sich intensiv wie nie zuvor mit der Frage, was sie zu sich nehmen sollen und was nicht. Die Folge: Teils skurrile Trends, die manchmal eher Lifestyle sind als gesund.

  • Paleo© dpa
    Bei einer paleolithischen Ernährung kommt nur auf den Tisch, was es schon in der Steinzeit gab: Fleisch, Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Pilze und Nüsse. Milchprodukte, Zucker, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot sind dagegen tabu. Ernährungswissenschaftler sehen die Paleo-Diät eher kritisch. Denn unser Körper hat nicht mehr dieselben Bedürfnisse wie vor zwei Millionen Jahren.
  • Clean eating© dpa
    Je weniger Zutaten desto besser: Anhänger von Clean eating setzen auf unverarbeitete Lebensmittel, mit denen frisch gekocht wird. Industriell verarbeite Lebensmittel mit ihren synthetischen Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern, Aromen und Süßstoffen sind dagegen verpönt. Clean eater verzichten außerdem weitmöglichst auf Getreide. Und wenn, dann gibt es Vollkorn oder besser noch Quinoa als Alternative. Die Ansätze sprechen zumindest nicht gegen die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
  • Pulver© dpa
    Inzwischen gibt es Pulver, das mit Wasser aufgegossen Nahrung ersetzen soll. Bekanntestes Beispiel: Ein Software-Ingenieur in den USA sorgte mit einem Essensersatz namens «Soylent» für Schlagzeilen. Die wichtigsten Nährstoffe sind drin. Eine dauerhafte Alternative sind die Shakes laut Ernährungswissenschaftlern aber nicht.
  • Frei von© dpa
    Egal ob ohne Gluten oder ohne Laktose - es gibt einen klaren "Frei von"-Trend. Mittlerweile greifen nicht nur Betroffene zu solchen Produkten. Der Verzicht ist eher ein Zeitgeistphänomen, denn von Laktoseintoleranz ist hierzulande nur etwa jeder Fünfte betroffen. Lediglich zwei bis drei Prozent der Deutschen vertragen laut DGE das Klebereiweiß Gluten nicht, das etwa in Weizen steckt.
  • Rohkost© dpa
    Roh heißt, kein Lebensmittel wird über 42 Grad erhitzt. Nur roh macht allerdings nicht froh: Es gibt einige Lebensmittel, die roh Giftstoffe enthalten. Andere geben bestimmte Nährstoffe wiederum nur erhitzt frei.
  • Vegan© dpa
    Fleisch, Fisch, Honig, Eier, Milch - tierische Lebensmittel sind für Veganer tabu. Aber auch Kleidung und andere Alltagsgegenstände tierischen Ursprungs. Der Vegetarierbund Deutschland (Vebu) geht hierzulande von 900.000 Veganern aus. Das entspricht 1,1 Prozent der Bevölkerung. Für einen gesunden Erwachsenen ist es durchaus machbar, sich vegan zu ernähren. Vitamin B12, das vor allem in tierischen Produkten vorkommt, muss aber oft zugesetzt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
  • Veggan© dpa
    Der Trend zur veganen Ernährung treibt neue Blüten: Unter #veggan veröffentlichten Veganer im Netz Fotos ihrer Mahlzeiten mit eigentlich verpönten Eiern - auf deren Nährstoffe wollen die sogenannten Ovo-Vegetarier nämlich nicht verzichten. #veggan ist eine Neuschöpfung aus vegan und dem englischen Wort egg (Ei).
  • Superfood© dpa
    Lebensmittel wie Chia-Samen, Goji- oder Açai-Beeren sollen einen besonders hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Stoffen haben. Inzwischen gibt es eigene Lokale und Kochbücher mit solchen "Superfoods". Sie können den Speiseplan ergänzen und vervielfältigen. Wunder sollte man sich aber nicht davon erhoffen. Übrigens: Auch heimische Produkte wie Paprika und Brombeeren können mit einem hohen Vitamingehalt aufwarten.