Unreife Tomaten sind giftig

Unreife Tomaten sind giftig

Manche Tomate wird nicht mehr an der Pflanze reif. Im grünen Zustand sollten man die Früchte aber nicht verzehren.

Tomaten

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Unreife Tomaten enthalten das giftige Solanin. Verbraucher sollten daher nur voll ausgereifte Früchte essen.

Einige Tomaten werden nicht mehr an der Pflanze reif. Im grünen Zustand sollten man die Früchte aber möglichst nicht verzehren - auch nicht eingelegt oder in Form von Konfitüre. Denn das kann gefährlich werden.

Unreife Tomaten enthalten giftiges Solanin

Unreife Tomaten enthalten laut Bundeszentrum für Ernährung pro 100 Gramm bis zu 32 Milligramm (mg) giftiges Solanin. Es kann bei einer verzehrten Gesamtmenge von mehr als 400 mg zum Tode führen. Der Stoff ist übrigens auch in anderen Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln enthalten.

Symptome einer Solaninvergiftung

Erste Vergiftungserscheinungen treten ab einer Aufnahme von 200 Milligramm Solanin auf. Zu den Symptomen zählen Benommenheit, Atemprobleme und Berührungsempfindlichkeit. Wird noch mehr aufgenommen, kommen Übelkeit und Erbrechen hinzu. Auch Darm- und Nierenentzündungen, Gliederschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Lähmungen sind möglich.

Einlegen oder Einkochen verringern das Gift nicht

Es hilft auch nicht, unreife rote Tomaten milchsauer einzulegen, süß-sauer zu konservieren oder einzukochen. Das verringert den Solaninanteil nur geringfügig. Denn der Stoff ist sowohl säure- als auch hitzebeständig.

Unreife Tomaten besser entsorgen

Während die Solaninvergiftung - oft mit Todesfolge - früher sehr häufig vorkam, ist sie heute eher die Ausnahme. Denn die Konzentration des Stoffes ist in modernem Zuchtgemüse gering. Wer auf Nummer Sicher gehen will, entsorgt die unreifen Tomaten und schneidet grüne Stellen an Kartoffeln ab.

Unreife nicht mit grünen Tomaten verwechseln

Nicht zu verwechseln sind übrigens unreife rote Tomaten mit grünfleischigen Sorten, die sich vollreif leicht gelbgrün aufhellen. In unreifem Stadium enthalten auch sie viel Solanin.

Unreife Tomaten durch Drucktest erkennen

Einige Tomatensorten haben im reifen Zustand grüne Streifen oder eine ganz andere Farbe als Rot, etwa Schwarz oder Gelb. Im Zweifel hilft ein Drucktest. Ähnlich wie bei einem Pfirsich sollte das Fruchtfleisch leicht nachgeben. Ansonsten können Hobbygärtner auch auf der Verpackung der Samen oder im Internet nachschauen, wie die reife Tomate der jeweiligen Art genau aussehen soll.

Unreife Tomaten als Delikatesse

Wie viel Solanin wie gut toleriert wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während manche Menschen schon bei sehr geringen Mengen erste Vergiftungserscheinungen zeigen, vertragen andere unreife Tomaten ohne Probleme - zumindest in Maßen. In einigen Ländern werden grüne Tomaten sogar eingelegt und zu Pie oder Chutney verarbeitet. Wer das probieren will, sollte nur grüne Tomaten nutzen, die schon ausgewachsen sind und ohnehin kurz vor der Reife stehen. Kinder und Personen, die sensibel auf Solanin reagieren, lassen die Finger davon.

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: Montag, 10. Dezember 2018 15:23 Uhr

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