Obst kostenlos selber ernten

Obst kostenlos selber ernten

Äpfel am Wegesrand pflücken, Pflaumenbäume auf offenen Wiesen abernten, Beeren für die Marmelade sammeln: Eine Website zeigt, wo das erlaubt ist.

  • Mirabellen pflücken© dpa
    Auch Mirabellen wachsen häufig am Wegesrand und können kostenlos gepflückt werden.
  • Website Mundraub.org© mundraub.org
    Screenshot Karte mundraub.org vom 15. August 2017.
  • Baumsalat-Tour© dpa
    Die Initiative mundraub.org bietet auch geführte Touren und Kurse an - wie hier die Baumsalat-Tour auf dem Tempelhofer Feld.
  • Baumsalat-Tour© dpa
    Gesunde Ausbeute bei der Baumsalat-Tour: Die essbaren Stengel der Alpen-Johannisbeere.
Im Sommer, Spätsommer und sich ankündigen Herbst sieht man es oft: Entlang der Landstraßen, am Rand von Parkplätzen oder auf offen zugänglichem Gelände stehen Obstbäume voller reifer Früchte, die niemand erntet und verfaulen. Auch in Berlin und Brandenburg hängen viele Bäume und Sträucher voller Beeren, Kern- und Steinobst. Um diese herrenlosen Obstbäume und -sträucher kümmert sich die Initiative Mundraub. Auf ihrer Website www.mundraub.org können Obstliebhaber wahre Schlemmerparadiese entdecken und sich kostenlos bedienen.

Interaktive Karte freier Obstbäume

Ziel der Initiative ist es, das Obst vergessener Bäume und Sträucher nicht einfach vergammeln zu lassen, sondern abzuernten und gegebenenfalls weiterzuverarbeiten - ganz legal und gratis. Auf einer interaktiven Karte zeigt die Plattform, wo die nächste Obst-Beute an einem freigegebenen Baum wartet. Geordnet nach Kategorien, klickt sich der «Mundräuber» von Salzburg bis nach Flensburg, durch Brandenburg oder die Berliner Bezirke, um die besten Plätze für den «Früchteklau» zu entdecken.

Eine Karte zeigt den Weg zum Obst

Zur Auswahl stehen die Kategorien Obstbäume, Obststräucher, Kräuter und Nüsse, die sich noch einmal in verschiedene Sorten unterteilen. So sieht der Besucher anhand der kleinen Symbole auf der Karte, wo es in der Umgebung Äpfel, Aprikosen und Maulbeeren oder aber Bärlauch, Rosmarin und Haselnüsse gibt.

Diese Regeln gelten für Mundräuber

  • Stelle vor dem Eintragen und/oder Ernten sicher, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.
  • Gehe behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um.
  • Für den Eigenbedarf pflücken ist erlaubt, aber nicht in großem Stil gewerbsmäßig. Dazu braucht es eine behördliche Genehmigung.
  • Teile die Früchte deiner Entdeckungen und gib etwas zurück.
  • Engagiere dich bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen.

Obstbäume selbst in die Karte eintragen

Mitmachen darf jeder, der Obstbäume kennt, die unbedingt abgeerntet werden müssen. Sei es im eigenen Garten oder an der Landstraße im Dorf. Der Eintrag ist simpel: Zunächst wird festgehalten, welches Obst es an dem genannten Ort gibt. Dann wird am besten möglichst genau beschrieben, wo die Leckereien zu finden sind. Das kann anhand von Parkplätzen, Bänken oder anderen markanten Punkten geschehen.

Ernte erst nach Freigabe möglich

Die Initiative kümmert sich um die formelle Freigabe durch den Besitzer, damit niemand aus Versehen zum Diebstahl von privatem Obst animiert wird. Danach ist der eigene Obstbaum oder Strauch auf der Seite verzeichnet - und nebenbei ein Beitrag für die Rettung und gegen die Verschwendung von Lebensmitteln erbracht.

Tipps und Fakten rund ums Obst inklusive

Die Seite bietet auch nützliche Infos zum Thema Obst und Obstverarbeitung. Wie pflanzt und pflegt man Obstbäume? Wie kann man erkennen, ob ein Baum wirklich für alle zur Verfügung steht? Was sollte man tun, wenn man sich unsicher ist? Wie mundräubert man fair? Welche Früchte sind eigentlich wann reif? Solche und viele weitere Fragen beantworten die Autoren in ihrem Blog. Immer im Vordergrund steht das Credo der Initiative: Mundräubern ist immer ein Geben und Nehmen.

Quelle: dpa/mundraub.org/Berlin.de

| Aktualisierung: Freitag, 13. Juli 2018 11:00 Uhr