Männermode: Stylingberater für den Mann

Männermode: Stylingberater für den Mann

Viele Männer wollen ihren Stil ändern, modischer sein. Persönliche Modeberater helfen dabei.

Profi-Shopper für Männer

© Andreas Rose Style Coaching/ dpa

Zu Modeberatern wie Andreas Rose kommen zunehmend Männer.

Sie beraten ihre Kunden in Stilfragen und unterstützen sie bei der Suche nach dem passenden Outfit: Sogenannte Personal Shopper kommen aber auch bei Männern immer häufiger zum Einsatz.

«Eine Dienstleistung, die in Amerika schon gang und gäbe ist», sagt Andreas Rose, der als Modeberater und Personal Shopper in Frankfurt arbeitet. In Deutschland stecke das Phänomen noch in den Kinderschuhen, die Nachfrage nehme allerdings deutlich zu.

Denn auch Männer scheuen sich nicht mehr, beim persönlichen Stilprofi um Hilfe und Ratschlag zu ersuchen: «Mode ist in den Medien inzwischen sehr präsent. Und immer mehr Männer nutzen Kleidung, um ihre Persönlichkeit damit zu unterstreichen.»

Modisch noch in den 80ern...

Nicht alle Männer kommen allerdings aus freien Stücken. Manch einer bekommt von seiner Ehefrau einen Gutschein für die Typberatung geschenkt, lautet die Erfahrung von Andreas Rose. «Ein Herr war in punkto Styling in den 1980ern stehen geblieben», erinnert er sich. Er verpasste dem Kunden ein neues Outfit, ließ ihm die Haare schneiden und die Nickelbrille durch ein modernes Modell ersetzen. «Als er später mit seiner Frau essen ging, lief sie an ihm vorbei, weil sie ihn nicht erkannte.»

Komplettes Make-Over eher die Ausnahme

Ein komplettes Make-Over sei aber eher der Ausnahmefall. Die meisten Männer haben denselben Antrieb wie die weiblichen Kunden - sie wollen gut aussehen. Sie haben zum Teil nur andere Gründe als Frauen, eine Stilberatung zu nutzen: «Vielen Männern ist der Trubel beim Einkauf einfach zu stressig», sagt Thorsten Geißler, Verkaufsleiter der Herrenabteilung im Alsterhaus in Hamburg. Nicht nur Freiberufler bieten heute solche Dienste an - auch in manchem großen Kaufhaus gehört eine auf Männer-Bedürfnisse abgestimmte individuelle Beratung heute dazu.

Neues Outfit für Bewerbung

«Der Kunde macht auf Wunsch einen Termin. Er erklärt uns, was er sucht, und wir treffen eine Vorauswahl», erläutert Geißler. Abseits vom Verkaufsraum gebe es dann die Möglichkeit, die Sachen anzuprobieren und sich individuell beraten zu lassen.

Mit dem Klischee, dass sich unter den Männern vor allem Schwule für Mode interessieren, hat das offenbar nichts zu tun: «Unsere Kunden sind modisch informiert. Aber vielen Geschäftsmännern fehlt einfach die Zeit für einen längeren Einkauf.»

«Manche brauchen das richtige Outfit für ein Bewerbungsgespräch, andere wollen ihren Typ verändern. Und wieder andere wünschen sich eine Rundumbetreuung», sagt Andreas Rose. Zu ihm kämen Männer aller Altersklassen.

Wie findet man den passenden Berater?

Es gebe immer noch viele Herren, die in Sachen Mode Rat bräuchten, sagt die Herrenmode-Designerin Doris Hartwich aus München, Mitglied im Verband Deutscher Mode- und Textil-Designer (VDMD) in Würzburg. Ihnen können Berater mit der «Problemzone Bauch» helfen und über die neuesten Trends ins Bild setzen.

«Wichtig ist auch, den Look durch kleine Details aufzuwerten. Das können besondere Manschettenknöpfe, ein hochwertiges Innenfutter des Sakkos oder ein schöner Schal sein.» Wenn das gelingt, war die Zusammenarbeit erfolgreich.

Bei der Auswahl des richtigen Beraters hilft nur Fragen: «Wichtig ist, dass er über textiles Fachwissen verfügt. Er sollte wissen, welche Garne anfällig sind. Und er sollte sich mit Trends auskennen und verschiedene Männertypen einschätzen können.»

Paare gemeinsam beraten

Wenn ein Stilberater es schafft, auch für wenig Geld ein hochwertiges Outfit zu kreieren, spreche das ebenfalls für seine Kompetenz. Trotz der steigenden Nachfrage hält Andreas Rose eine Spezialisierung allein auf männliche Kundschaft allerdings für wenig sinnvoll: «Ein Stil- und Typberater sollte sich mit beiden Geschlechtern auskennen. Im Zweifelsfall muss er in der Lage sein, auch Paare zu beraten und ihre Kleidung aufeinander abzustimmen.»

Rose weist außerdem darauf hin, dass die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist und es keinen allgemeinen Interessenverband gebe. Wichtig findet er, dass der Stilberater sich eingehend mit der Persönlichkeit, dem Lebensstil und den Eigenheiten seines Kunden vertraut macht, bevor es auf Einkaufstour geht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. November 2010 15:54 Uhr

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