Silikonfreie Shampoos verändern das Haar

Silikonfreie Shampoos verändern das Haar

Silikone in Shampoos lassen das Haar glänzen, gelten jedoch als umweltschädlich. Wer auf silikonfreie Produkte wechseln will, sollte bei der Umstellung ein wenig Geduld haben.

Shampoo ohne Silikone

© dpa

Die Haare wirken durch das Waschen mit silikonfreiem Shampoo angegriffen. Die Umstellung braucht Zeit.

Die meisten Shampoos enthalten Silikone. Sie verleihen den Haaren Glanz und machen sie geschmeidig. Wer für die Haarwäsche auf ein Shampoo ohne Silikone umsteigt, bemerkt anfangs oft einen großen Unterschied: Die Haare können angegriffen, stumpf und spröde aussehen. Das sei aber nur vorübergehend so, erläutert die Zeitschrift «Öko-Test».

Silikone versiegeln das Haar

Die Silikon sorgen nicht durch Pflege für Glanz und Geschmeidigkeit. Stattdessen legen sich die Polymere einfach um die Haare und lagern sich hier ab, schreibt die «Öko-Test». In das Haar eindringen können sie nicht. Die Haare werden also mit einer glänzenden Schutzschicht versiegelt, was sich auch bei der Verwendung von Naturprodukten zum Haarefärben auswirkt: Die Farbpigmente können nicht optimal eingebaut werden.

Schlecht für die Umwelt

Silikone, die meist aus Erdöl gewonnen werden, gelten noch aus einem anderen Grund als bedenklich: Allen voran aus Gründen des Umweltschutzes sollte man auf Produkte mit ihnen verzichten. Nicht alle Silikone werden von Kläranlagen gefiltert und fließen in die Umwelt. Aber auch über den Klärschlamm können sie in den Boden gelangen. Sie sind biologisch nicht abbaubar.

Sind Silikone schlecht fürs Haar?

In der Kritik stehen Silikone auch, weil die Versiegelung verhindert, dass Pflegestoffe in das Haarinnere gelangen. Wasserunlösliche Silikone lassen sich zudem nur schwer wieder auswaschen. Sie lagern sich mehr und mehr auf den Haaren ab, beschweren sie und lassen sie platt wirken. Sehr feines Haar leidet besonders unter dem Effekt. Menschen mit empfindlicher Kopfhaut berichten zudem von Irritationen und allergischen Reaktionen auf die Kunststoffe.

Silikone wieder auswaschen

Wird silikonfreies Shampoo verwendet, wird der Stoff nach und nach ausgewaschen. Die Haare sehen dann wieder besser aus. Silikone lassen sich mit speziellen Shampoos zur Tiefenreinigung des Haars entfernen. Wer ohnehin zu Shampoos mit wasserlöslichen Silikonen wie Cyclopentasiloxane und Cyclomethicone greift, hat es leichter. Das Tiefenreinigungsshampoo muss mehrfach angewendet werden, um die Polymere restlos zu entfernen. In extremen Fällen kann das mehrere Wochen dauern.

Silikonfreie Shampoos erkennen

Viele Shampoos ohne Silikone werden entsprechend auf der Verpackung angepriesen. Ist das nicht der Fall, kann man das auf der Liste der Inhaltsstoffe überprüfen: Typische Silikone sind Methicone, Dimethicone, Cyclomethicone, Dimethiconol und Polysiloxane. Einige von ihnen sind wasserlöslich, andere nicht.

Natürliche Alternativen

Natürlich schön, geschmeidig und glänzend wird das Haar übrigens auch dank Haferextrakt und Weizenproteinen. Sie sind am häufigsten als Inhaltsstoffe in silikonfreien Shampoos enthalten. Noch natürlicher sind nährende Öle. Sie werden einfach in das Haar einmassiert, pflegen es ganz nebenbei und verleihen ihm einen natürlichen Glanz. Und günstig sind sie auch.

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: Freitag, 26. April 2019 10:07 Uhr

Mehr zum Thema