Haare: Kommt die Dauerwelle wieder?

Haare: Kommt die Dauerwelle wieder?

Mal richtig volle Haare haben, am besten mit wilden Locken: Der Wunsch vieler Frauen könnte der Dauerwelle ein Comeback bescheren.

Dauerwelle

© dpa

Die Dauerwelle könnte bald ein Comeback erleben.

Die 1980er Jahre sind in der Mode voll wieder da, von der großen Brille bis zu Schulterpolstern. Auch Latzhose, Overall und Stirnband haben längst wieder ihre Liebhaber gefunden. Nun ist auch die Dauerwelle wieder da: Beim Konzert der Elektropunk-Sängerin Peaches in Berlin waren jedenfalls mutige Trägerinnen von künstlichen Lockenbergen zu sehen. Der Stil erinnert an Meg Ryan im Film «Harry und Sally».

Obama mit Afro-Look?

Nach Jahren der Schnittlauch-Fransen sind Wellen angesagt. Wer kann, lässt die Haare wallen. In der Internetgemeinde von Facebook gibt es bereits eine Gruppe mit 130.000 Mitgliedern, die Barack Obama auffordert, sich einen Afro wachsen zu lassen.

Der Wunsch nach dickerem Haar, nach Volumen ist da, wissen Friseure. «Haare werden wieder krauser getragen», sagt Kreativdirektor Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Nur ob die Locke auch immer chemisch herbeigezaubert wird - 2,3 Stunden braucht es dafür - ist offen.

Andere Wickeltechnik, schonenderes Verfahren

Die Berliner Salonmanagerin Marion Bayar (Die Pauls Sisters) sagt: «Es ist wieder mehr Nachfrage da.» Ihre Kunden wünschen sich entweder sehr kräftige Locken oder mehr Volumen. Die Wickeltechnik sei anders als früher, das Verfahren schonender, erklärt Bayar.

Derzeit verdient die Branche mehr Geld mit dem Farbgeschäft, wie der Modeexperte des Friseurverbands, Franz-Josef Küveler, sagt. «Wir würden gerne die Dauerwelle wieder stärker auf den Markt bringen.» Als Trendvorreiterinnen nennt Küveler die Schauspielerinnen Audrey Tautou und Julia Roberts.

Keine «Sepp- Maier-Gedächtnisfrisur»

Mit dem 1980er-Jahre-Pudel-Look haben die neuen Frisuren nicht viel zutun. «Die Welle ist eine ganz andere», sagt Küveler. Die «Sepp- Maier-Gedächtnisfrisur» von einst ist passé. Einer britischen Zeitung fiel zur Dauerwellen-Rückkehr («return of the perm») auch ein Fußballstar von früher ein: Kevin Keagan.

Erfunden wurde die Wellentechnik 1906 von Karl Nessler, einem Friseurmeister im Schwarzwald. Der testete seinen Apparat an seiner Ehefrau, die sich dabei einige Brandblasen zuzog.

Zielgruppe: Die Unter-25-Jährigen

Der Trend zur Welle ist eher etwas für die Unter-25-Jährigen: «Die 35- bis 50-Jährigen sind schwer zu überzeugen», sagt Modeexperte Küveler. Früher ließen sich etwa 20 Prozent der Kunden eine Dauerwelle legen, heute liegt der Anteil bei den Frauen bei unter fünf Prozent, bei den Männern ist er mit unter einem Prozent fast zu vernachlässigen.

Das könnte sich nach Küvelers Meinung aber in zwei, drei Jahren ändern. «Dann ist die Zeit reif.» Bis dahin gilt: Jeden Dauerwellen-Träger in der Berliner Szene zählen. Bei bewusst geschmacklosen Brillen und Vokuhila-Frisuren (vorne kurz, hinten lang) hat das schon als Indikator für den Trend funktioniert.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. November 2010 15:36 Uhr