Haartransplantation: Methoden, Risiken, Preise

Haartransplantation: Methoden, Risiken, Preise

Die Haare fallen aus, am Hinterkopf bildet sich eine kleine Glatze, die Stirn wird immer höher- das lässt keinen Mann kalt. Eine Haartransplantation hilft- hat aber einige Nebenwirkungen.

Jürgen Klopp

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BVB-Trainer Jürgen Klopp - links im März 2012 und rechts am 9. März 2013, nachdem er sich Haare hat einpflanzen lassen. Foto: Friso Gentsch/Roland Weihrauch

Eine Haartransplantation ist für viele Männer inzwischen eine akzeptable Option, um sich dem Schicksal des Haarausfalls nicht hilflos zu ergeben. Tatsächlich können durch Haartransplantationen beginnende Glatzen,
fortschreitende Geheimratsecken oder verkahlende Stellen wieder mit eigenen Haaren ausgeglichen werden. Berühmtes Beispiel: Fußballtrainer Jürgen Klopp, der sich Haare in die Geheimratsecken transplantieren ließ.

Haartransplantationen hinterlassen Lücken

Wichtig zu wissen: Bei einer Haartransplantation kommen keine neuen Haare hinzu, sondern die alten werden auf dem Kopf neu verteilt. Das sollten sich Patienten klarmachen, sagt Reza Azar vom Zentrum für moderne Haartransplantation in Berlin. Jedes neue Haar auf der Oberkopfglatze hat seinen Preis: Es fehlt woanders. Und: Die Lücken sind nicht immer unsichtbar.

Haartransplantation vom Haarkranz in die Geheimratsecke

Die Folgen genetischen, also erblich bedingten Haarausfalls sind meist Geheimratsecken oder eine Oberkopfglatze. Der Haarkranz hingegen wird oft erst im hohen Alter licht. Azar bezeichnet ihn deshalb als «Safe Zone». In den meisten Fällen entnehmen Ärzte Haare aus dieser sicheren Zone und pflanzen sie an den kahlen Stellen wieder ein.

Haartransplantation mit der FUE-Technik

Die FUE-Technik (Abkürzung für Follicular Unit Extraction) meint die Gewinnung follikularer Einheiten, die nach der Entnahme und einer Zwischenlagerung implantiert werden. Die Haare werden also einzeln entnommen und verpflanzt. Die FUE-Methode ist sehr zeitaufwendig. «Wenn ich 2500 Transplantate einzeln entnehme und wieder einsetze, kann das drei Tage dauern», so Azar. Vorteil: Nach der FUE-Operation bleiben kaum sichtbare Mikronarben zurück.

Haartransplantation mit der Streifentechnik

Bei der Streifentechnik entfernt der Arzt Hautstreifen am Hinterkopf des Patienten, die er anschließend in die einzelnen Haarwurzeln zerlegt und verpflanzt.
Vorteil: Für die Streifentechnik braucht ein Arzt nur etwa einen Tag. Nachteil: Der Patient kommt bei der Streifentechnik nicht ohne Narben davon. Die entfernte Haut ist laut Azar etwa 17 bis 20 Zentimeter lang und 1 bis 2 Zentimeter breit. Der Chirurg näht die Lücke wieder zu, eine längliche, 4 bis 5 Millimeter breite Narbe bleibt zurück. Weil die Haut im Nacken oft bewegt werde, könne die Narbe auch größer werden, warnt Azar.
Glatzenträger
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Da ist noch Platz...

Nachteile einer Haartransplantation

Ein Nachteil beider Methoden: Die transplantierten Haare fallen nicht mehr aus. Darauf weist Peter Volk vom Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten hin. Das klingt zwar zunächst gut, sieht aber merkwürdig aus, wenn auch der Haarkranz im Alter irgendwann lichter wird, am Oberkopf aber immer noch volle Locken wachsen. Habe sich ein Patient Haare nach der FUE-Methode transplantieren lassen, könne er im Alter immerhin noch den ganzen Kopf rasieren, um die ungewöhnliche Verteilung der kahlen und der behaarten Stellen zu verstecken, sagt Azar. Nach der Streifenmethode seien an einem kahl rasierten Kopf aber immer die Narben zu sehen.

Transplantation auch mit Brusthaaren oder Barthaaren möglich

Haare müssten nicht zwangsläufig vom Hinterkopf stammen, sagt der Chirurg. Auch Brust- oder Barthaare könnten Ärzte an die kahlen Stellen setzen. Allerdings seien Barthaare vergleichsweise kräftig und könnten am vorderen Kopf auffallen. Der Patient sollte sie sich daher nicht an allzu auffällige Stellen setzen lassen.

Preise für Haartransplantation

Der Preis für eine gesamte Transplantation variiert je nach Größe der kahlen Stelle. Er liegt laut Azar zwischen circa 3000 Euro für kleine Geheimratsecken und rund 12.000 bis 15.000 Euro für eine komplette Oberkopfglatze. Da die Transplantation von anderen Körperstellen etwas aufwendiger sei, koste sie ungefähr 1000 bis 2000 Euro mehr als die Verpflanzung vom Hinterkopf.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 14. August 2015 15:35 Uhr

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