Augenlidstraffung: Operation, Kosten, Risiko

Augenlidstraffung: Operation, Kosten, Risiko

Eine ambulante Operation - schon ist der Blick wieder wach und frisch: Die Augenlidstraffung ist beliebt und inzwischen auch bezahlbar. Wie sie abläuft, was sie bringt.

Schlupflider korrigieren

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Die Korrektur der Schlupflider erfolgt meist mit dem Skalpell, möglich ist das aber auch mit einem Laser.

Schlupflider entstehen, wenn die Haut am Auge an Spannkraft verliert. Oft liegt das am Alter. Einige Menschen leiden grundsätzlich an sogenannten verkleinerten Augen. Andere haben Tränensäcke, die den Blick müde erscheinen lassen. In allen Fällen kann eine sogenannte Augenlidkorrektur (med. Blepharoplastik), auch Lidstraffung genannt, helfen. Die Operation kann ambulant und unter lokaler Betäubung durchgeführt werden - ein Aufenthalt in der Klinik ist also in der Regel nicht nötig.

Oberlidstraffung oder Unterlidstraffung?

Bei der Oberlidstraffung werden hängende Oberlider korrigiert. Hierbei gibt es zwei gängigen Techniken. Bei der ersten Methode ist die Entfernung von überschüssigem Fett nicht notwendig und nur die erschlafften Hautpartien werden reduziert. Bei der zweiten Methode ist zu viel Fettgewebe vorhanden. Das überschüssige Fett wird zunächst vorsichtig entfernt, ehe die Haut behutsam gestrafft werden kann. Für eine Unterlidstraffung wird das Skalpell am Lidrand angesetzt. Dort wird die überschüssige Haut - und gegebenenfalls auch Bindegewebe und Muskelgewebe - entfernt.

Was passiert vor der Augenlidstraffung?

Patienten sollten den Eingriff gründlich abwägen. «Vorab finden eingehende Beratungsgespräche statt, und es werden Fotos gemacht, um dem Patienten den 'Vorher-Nachher-Effekt' zeigen zu können», sagt Prof. Dennis von Heimburg von der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in Berlin. Vor der Augenlid-OP wird das Schnittmuster am Auge im Sitzen angezeichnet, denn wenn der Patient liegt, fällt das Lid ganz anders. Außerdem wird der Überhang am Lid ausgemessen.

Wie läuft die Operation ab?

Zuerst wird der betreffende Bereich am Auge für die Bepharoplastik lokal betäubt. Eine Vollnarkose ist für den Eingriff nicht notwendig. Die eigentliche Augenlidkorrektur erfolgt dann durch einen Schnitt mit dem Skalpell. Während der OP werden je nach Bedarf auch Muskel- und Fettüberschüsse im inneren Augenwinkel und unterhalb der Augenbraue entfernt. Die Wunde vernäht der Chirurg mit einem sehr dünnen Faden unterhalb der Hautoberfläche.

Was passiert nach der Augenlid-OP?

Die Augen sind nach der Lidstraffung geschwollen und meist treten Blutergüsse auf. Die frischen Operationsnähte werden mit dünnen Pflastern abgedeckt. Nach der OP bekommen Patienten in der Erholungsphase Kühlpads auf die Augen. Anschließend sollten in der ersten Woche nach dem Eingriff drei- bis viermal pro Tag die Augen gekühlt werden. Nach ca. einer Woche werden die Fäden gezogen.

Sieht man später eine Narbe?

Die Narbe "verspielt" sich in der Oberlidfalte, d.h., der sehr dünne Narbenstrich verschwindet beim geöffneten Auge in der hinteren Lidfalte. An der Seite des Auges tritt die Narbe aus der Oberlidumschlagsfalte heraus, später verschwindet diese aber meist in der natürlichen 'Krähenfußfalte', die die meisten Menschen haben. Wenn die Schwellungen und Blutergüsse, abgeklungen sind, sieht man gar nicht, dass die OP stattgefunden hat - zumindest, wenn der Eingriff gut durchgeführt wurde.

Was kostet eine Augenlidkorrektur?

Die Kosten für eine Schlupflider-OP bzw. anderweitige Lidkorrektur variieren. Je nach Eingriff, Klinik und Narkoseart kommen zwischen 1700 und 5000 Euro auf die Patienten zu.

Zahlt die Krankenkasse eine Lidstraffung?

Eine Augenlidkorrektur gehört zu den freiwilligen Schönheitsoperationen und wird von den Krankenkassen nicht bezahlt. Ausnahme: "Wenn die Funktionalität wiederhergestellt werden muss, weil das Gesichtsfeld nachweislich eingeschränkt ist, trägt die Krankenversicherung die Kosten", so von Heimburg.

Welche Risiken gibt es bei einer Augenlidkorrektur?

Wie jede OP ist auch die Augenlidstraffung mit Risiken verbunden. So können Nachblutungen auftreten, auch Schwellungen gehören anfangs dazu. Sorgen, dass sich die Augenform verändert oder das Auge nach einem Eingriff nicht mehr schließen zu können, sind laut Heimburg unbegründet. Der Patient darf aber auch keine falsche Erwartungen haben: Eine ästhetische Korrektur behebt keine grundlegende Unzufriedenheit und keine psychischen Probleme. Verletzungen des Augapfels und des Sehorgans sind nicht zu befürchten, da sich die Augenlidkorrektur fast nur im Hautbereich abspielt.

Können Botox oder Cremes eine Augenlidkorrektur ersetzen?

Eine echte Alternative zur Schlupfliderkorrektur gibt es derzeit nicht. «Wenn das Gewebe erschlafft ist, hilft keine äußerliche Behandlung wie eine Creme», sagt Eva-Maria Baur von der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. «Manchmal kann man mit Botox die Augenbrauen etwas heben.» Das könne einen ähnlichen, aber nicht den gleichen Effekt wie eine Lidstraffung erzielen. Zudem lässt die Wirkung von Botox nach einer Weile nach, eine Augenlidkorrektur verbessert das Aussehen aber für Jahre.

Lidstraffung mit Laser: Was steckt dahinter?

Auch Lidstraffungen mit Laser werden angeboten. Die nicht-invasive Behandlung mittels "Skin-Resurfacing" hat jedoch ihre Grenzen. Der Laser trägt die Haut nur an der Oberfläche der hängenden Unterlider ab und reduziert sie so. Gleichzeitig soll die Faltenbehandlung die Produktion von Kollagen anregen. Nur bei minimal hängenden Unterlidern ist eine Korrektur möglich. Wer Schlupflider, tiefe Falten oder ausgeprägte Tränensäcke hat, kommt um das Skalpell nicht herum.
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Quelle: kra/jbo/dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. Januar 2018 08:55 Uhr

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