Haus geerbt: Schäden mindern Erbschaftssteuer nicht immer

Haus geerbt: Schäden mindern Erbschaftssteuer nicht immer

Schäden an einem geerbten Haus gelten als Nachlassverbindlichkeiten und mindern die Erbschaftssteuer. Werden sie zu spät entdeckt, sieht die Sache anders aus.

Schaden schütz vor Erbschaftssteuer nicht

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Die Erbschaftssteuer lässt sich nicht mindern, wenn nach dem Tod des Erblassers Schäden am geerbten Haus auftreten.

Erben müssen Steuern zahlen. Entstehen ihnen nach dem Tod der Erblassers Kosten, weil sie im Nachlass Schäden beseitigen müssen, wirken sich diese nicht steuermindernd aus. Es handelt sich nur um Nachlassverbindlichkeiten, wenn die Schäden bereits zum Todeszeitpunkt des Erblassers existierten und die Beseitigung entsprechende Kosten verursacht hätte. Das entschied das Finanzgericht Münster, berichtet das Fachmagazin «NJW Spezial» (Heft 17/2015).

Schäden nicht immer als Nachlassverbindlichkeit absetzbar

Im aktuellen Fall erbte ein Neffe eine Immobilie. Erst nach dem Tod des Erblassers entdeckte er, dass bei der Heizung in der Wohnung Öl ausgetreten war und zentimeterhoch im Auffangraum stand. Eine Fachfirma beseitigte den Schaden. Die entstandenen Kosten wollte der Erbe als Nachlassverbindlichkeit in der Erbschaftssteuererklärung absetzen. Nachdem das Finanzamt dies ablehnte, klagte der Erbe.

Keine Steuererleichterung bei Schaden nach Tod des Erblassers

Ohne Erfolg: Die Richter des Finanzgerichts Münster (Az.: 3 K 900/13) urteilten, dass ein anteiliger Abzug der Kosten nicht möglich sei. Der Erblasser hatte zwar vor seinem Tod mangelhaftes Heizöl gekauft und damit zur Ursache des Schadens beigetragen. Das reicht aber nicht aus. Damit das Finanzamt den Abzug als Nachlassverbindlichkeit akzeptiert, ist eine wirtschaftliche Belastung des Verstorbenen schon am Todestag erforderlich. Das war in diesem Fall nicht gegeben: Denn der Schaden tauchte erst nach dem Tod des Erblassers auf.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 13. Oktober 2015 12:59 Uhr