Gesundheitskosten als außergewöhnliche Belastung absetzen

Gesundheitskosten als außergewöhnliche Belastung absetzen

Private Kosten rund um die Gesundheit können als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden. Verbraucher sollten diese Anschaffungen daher genau planen.

Zahnarzt-Kosten steuerlich absetzen

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Zahnersatz ist teuer. Die privaten Kosten können Steuerzahler geltend machen.

Die Kosten für Zahnersatz, Brillen, Kuren, orthopädische Hilfsmittel wie Schuheinlagen und Zuzahlungen zu Rezepten können bei der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn ein bestimmter Betrag - die sogenannte zumutbare Eigenbelastung - überschritten ist. Letzteres hat der Bundesfinanzhof kürzlich in zwei Urteilen bestätigt (Az.: VI R 32/13 und VI R 33/13).

Wie können Steuerzahler die Ausgaben nachweisen?

Erst Kosten, die diesen Grenzbetrag übersteigen, werden dann steuermindernd berücksichtigt. Steuerzahler sollten daher entsprechende Belege sammeln, da ungewiss ist, welche Kosten im Laufe des Jahres noch anfallen. Bei der nächsten Einkommensteuererklärung kann dann anhand der Belege nachgerechnet werden, ob sich die Erklärung der Kosten lohnt. «Wer die Quittungen achtlos wegtut, ärgert sich womöglich später, weil sich mit den Nachweisen Steuern hätten sparen lassen», sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Wie hoch ist die Eigenbelastung?

Die Höhe der Eigenbelastung richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Anzahl der Kinder. Beispiel: Bei einer Familie mit zwei Kindern und einem jährlichen Gesamteinkommen von 40.000 Euro liegt der zumutbare Eigenanteil bei 1200 Euro im Jahr. Anders sieht das bei einem Ehepaar ohne Kinder aus. Beträgt das gemeinsame Einkommen 52.000 Euro im Jahr, liegt die zumutbare Belastung bei 3120 Euro, erklärt der Verband der Lohnsteuerhilfevereine. (Stand: Januar 2016)

Wie sollte der Steuerzahler die jährliche Belastung verteilen?

Steuerzahler sollten daher überlegen, wann sie entsprechende Ausgaben machen. Wurde beispielsweise in diesem Jahr bereits eine teure Zahnbehandlung durchgeführt, kann es sich lohnen, jetzt eine neue Brille zu kaufen, um so die Belastungsgrenze zu überschreiten. Steht eine Zahnbehandlung aber erst im nächsten Jahr an, kann es sinnvoll sein, auch die Brille erst im neuen Jahr zu kaufen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. Januar 2016 10:32 Uhr

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