Scheidung: Kosten komplett bei der Steuer angeben

Scheidung: Kosten komplett bei der Steuer angeben

Eine Scheidung ist für die Betroffenen eine außergewöhnliche finanzielle Belastung. Deshalb hat der Gesetzgeber besondere Vorkehrungen getroffen.

Scheiden tut weh - auch finanziell

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Scheiden tut weh - auch im Portemonnaie.

Laut Finanzgericht Düsseldorf können Geschiedene alle entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten steuerlich geltend machen (Az.: 10 K 2392/12 E). Das erläutert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Was als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt wird, hängt jedoch immer von der Höhe der Einkünfte, dem Familienstand und der Zahl der Kinder ab. Deshalb unterscheidet es sich von Fall zu Fall, in welcher Höhe die Belastungen angerechnet werden.

Finanzamt erkennt nur einen Teil der Scheidungskosten an

In dem verhandelten Fall hatte der geschiedene Ehepartner insgesamt 8195 Euro Gerichts- und Anwaltskosten für die Scheidung bezahlt. Die Kosten betrafen nicht nur die Scheidung, sondern auch die Aufwendungen für den Versorgungsausgleich und den nachehelichen Unterhalt. Diese wollte er von der Steuer absetzen. Das Finanzamt erkannte aber nur die Kosten für Scheidung und Versorgungsausgleich an- nicht jedoch die Aufwendungen für den Vermögensvergleich und die Unterhaltsansprüche.

Finanzgericht: Gesamte Kosten für Scheidung sind absetzbar

Das Finanzgericht entschied jedoch, dass der Mann die gesamten Kosten als außergewöhnliche Belastung steuerwirksam geltend machen kann. Eine Scheidung könne nur gerichtlich und mit Hilfe von Rechtsanwälten erfolgen. In dem Verfahren müssten auch der Versorgungsausgleich, der Zugewinn und die Unterhaltsansprüche geregelt werden. Den dadurch entstehenden Kosten könnten sich die Ehepartner nicht entziehen. Dabei spiele es keine Rolle, dass eine Scheidung zum Teil nur durch ein Urteil, zum Teil hingegen auch durch einen Vergleich zwischen den Eheleuten geregelt werden könne.

Update:

An den Kosten für die Scheidung konnte bisher oft das Finanzamt beteiligt werden. Doch dem hat der Bundesfinanzhof mit einem am 16. August 2017 veröffentlichten Urteil zur Absetzbarkeit von Scheidungskosten nun einen Riegel vorgeschoben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. August 2017 12:27 Uhr