Seminare im Ausland: Belege für die Steuer aufheben

Seminare im Ausland: Belege für die Steuer aufheben

Kosten für Seminare im Ausland oder Bildungsreisen können häufig nicht in voller Höhe bei der Steuer abgezogen werden. Maßgeblich ist der beruflich bedingte Anteil am Gesamtprogramm - er entscheidet über die Höhe des Steuerabzugs.

«Es gilt das Prinzip Schuhkarton: Seminarprogramm und Anmeldung unbedingt aufheben», riet Anita Käding vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Der Bundesfinanzhof veröffentlichte am Mittwoch (2. Juni) ein neues Urteil, in dem das zuständige Finanzamt zur Prüfung der Kostenaufteilung aufgefordert wird (Az.: VI R 5/07).

Berufliche und private Anteile einer Reise abgrenzen

In dem Fall nahm eine Englischlehrerin an einer achttägigen Reise der Englischlehrervereinigung nach Dublin teil. Auf dem Programm standen kulturelle Vorträge und Besichtigungstermine sowie ein Tagesausflug nach Belfast. Finanzamt und Finanzgericht lehnten den Abzug der Aufwendungen ab. Die Frau hatte in ihrer Steuererklärung für 1998 die vollen Ausgaben von mehr als 2300 Mark als Werbungskosten angesetzt. Nun muss geprüft werden, wie sich berufliche und private Anteile der Reise voneinander abgrenzen lassen.

Belege aufbewahren

Reisekosten sind nur dann als Werbungskosten abziehbar, wenn sie beruflich veranlasst sind. Dennoch müssen Berufstätige nicht die ganze Reise über Buch führen. «Sie müssen nur alle Belege, die 'geeignet sind, die Aufteilung nachzuweisen', für das Finanzamt aufheben», sagte Käding. Mit der Steuererklärung einsenden müssen Betroffene die Papiere ebenso wenig. «Es reicht, das auf Verlangen nachzureichen.»
Nach Einschätzung von Käding sei es bei einer achttägigen Reise «sehr unwahrscheinlich», dass die Reise ausschließlich beruflich zu veranschlagen ist. In einem solchen Fall hilft das Programm bei der Aufteilung von beruflichen Abschnitten und Freizeiten während des Aufenthalts. «Leichter ist der Fall immer dann, wenn ich zum Beispiel drei Tage Fortbildung mache und dann noch zwei Tage dran hänge, weil es da so schön ist», erklärte Käding. Dann könnten die Gesamtausgaben im Verhältnis von drei Fünfteln zu zwei Fünfteln aufgeteilt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Februar 2011 15:15 Uhr

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