Abgeltungsteuer: Zinsen trotzdem angeben

Abgeltungsteuer: Zinsen trotzdem angeben

Auch nach Einführung der Abgeltungsteuer müssen Steuerzahler Zinsen und andere Kapitaleinkünfte häufig in der Steuererklärung angeben. Darauf weist der Bund der Steuerzahler in Berlin hin.

Grundsätzlich sollte der direkte Steuerabzug durch die Bank «abgeltende Wirkung» haben und die Steuererklärung erleichtern. Es gibt aber Ausnahmen. Steuerzahler sind dann verpflichtet, die Kapitaleinkünfte dennoch in der Einkommensteuererklärung anzugeben.

Fiskus muss die Gesamteinkünfte kennen

«Das ist beispielsweise der Fall, wenn in der Einkommensteuererklärung außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden», erklärt Steuerreferentin Anita Käding. Hintergrund sei, dass außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind, wenn die sogenannte zumutbare Eigenbelastung überschritten ist - ein am individuellen Einkommen bemessener Eigenanteil.

Dafür muss der Fiskus die jährlichen Gesamteinkünfte kennen - und zu dieser Summe zählen auch Kapitaleinkünfte. «Sonst könnte ja ein Millionär, der nur Zinseinkünfte hat, jede Brille vom ersten Euro an absetzen», erläutert Käding - zu den außergewöhnlichen Belastungen gehören zum Beispiel Krankheitskosten.

Grenzsteuersatz unter dem Abgeltungsteuersatz

Ein weiterer Fall, in dem die Abgabe einer Steuererklärung keine Pflicht, aber empfehlenswert ist: Der Steuerzahler hat einen persönlichen Grenzsteuersatz, der unter dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent liegt. Nur wer das in der Steuererklärung geltend macht, kann den niedrigeren persönlichen Steuersatz und zu viel einbehaltene Steuern vom Finanzamt zurückerhalten.

Der Grenzsteuersatz von 25 Prozent wird nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes bei Ledigen mit einem zu versteuernden Einkommen von 15 400 Euro (Steuertarif 2009) erreicht. Bei zusammenveranlagten Eheleuten sind es 30 800 Euro.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 21. Februar 2011 12:16 Uhr

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