Wertpapiere werden zum Teil stärker besteuert

Wertpapiere werden zum Teil stärker besteuert

Die Finanzverwaltung behandelt bestimmte komplexe Wertpapiere mit Blick auf die Abgeltungsteuer nun wie Aktien.

Börsenkurs

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Steigende Börsenkurse

In einer Anweisung an die Finanzämter hat das Bundesfinanzministerium ihnen einen anderen Status zugewiesen. Es handelt sich dabei um das sogenannten Xetra-Gold, Discount-Zertifikate und «American Depositary Receipts», erklärt der Bund der Steuerzahler unter Berufung auf das BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2009 zu «Einzelfragen zur Abgeltungsteuer» (IV C 1 - S 2252/08/10004).

Private Veräußerungsgeschäfte werden nun als Kapitalanlagen betrachtet

Die drei Produktgattungen verbriefen einen Lieferanspruch - im ersten Fall auf das physische Gold, im zweiten auf Aktien, im dritten auf Aktienderivate. Bislang ging der Fiskus im ersten Fall davon aus, dass Gold dabei als Gegenstand gekauft und verkauft wurde, erläutert der Steuerzahlerbund.

Solche Geschäfte wurden bislang als private Veräußerungsgeschäfte betrachtet, bei denen der Gewinn steuerfrei ist. Voraussetzung war, dass der Anleger den Gegenstand mindestens ein Jahr lang im Privatvermögen führte. Nun werden solche Geschäfte als Kapitalanlagen betrachtet.

Aktienverluste dürfen nur noch mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden

Deren Gewinn ist unabhängig von einer Haltefrist mit der Abgeltungsteuer zu versteuern, sofern der Erwerb der Papiere nach dem 31. Dezember 2008 erfolgte. Und bislang konnten Verluste aus solchen Papieren mit Zinsen und Dividenden verrechnet werden.

Künftig greifen den Angaben zufolge die Verlustverrechnungsbeschränkungen, die auch für Aktien gelten: Bei Aktien dürfen Verluste nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden, nicht mit Kapitalerträgen jeglicher Art. Darauf sollten Anleger bei Renditeüberlegungen achten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Februar 2011 17:54 Uhr

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