Heilpraktiker steuerlich absetzen: Nur mit Attest vom Amtsarzt

Heilpraktiker steuerlich absetzen: Nur mit Attest vom Amtsarzt

Alternative Behandlungsmethoden können nur dann steuerlich abgesetzt werden, wenn ein offizieller Gutachter den medizinischen Nutzen bescheinigt. Das muss vor der Behandlung und durch einen Amtsarzt geschehen, wie der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin erklärt.

Denn anders als Ausgaben für eine Brille oder die Praxisgebühr sind solche Gesundheitsausgaben nicht ohne weiteres als außergewöhnliche Belastung absetzbar. Auch ein normales ärztliches Attest reiche nicht unbedingt aus - das Finanzamt könne den Nachweis durch den Amtsarzt verlangen. Aufgrund der besonderen Nähe von Arzt und Patient sei die Gefahr von «Gefälligkeitsbescheinigungen» vorhanden, führte das Hessische Finanzgericht laut dem BDL jüngst aus (Az.: 3 K 1718/05).
Eine Frau hatte in dem Fall viel Geld für einen Heilpraktiker ausgegeben und die Kosten in der Steuererklärung geltend gemacht. Ein Schreiben der Heilpraktikerin und ihres Hausarztes reichten dem Finanzamt aber nicht. Grundsätzlich ist beim Absetzen von Gesundheitsausgaben zu beachten, dass nur die Kosten steuermindernd wirken, die einen zumutbaren Eigenbetrag überschreiten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Februar 2011 15:27 Uhr

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