Impotent nach OP: Kein Schmerzensgeld für Ehefrau

Impotent nach OP: Kein Schmerzensgeld für Ehefrau

Ein Mann verlor durch eine Operation seine Potenz. Die Frau des Mannes klagte wegen Verlust der Sexualität auf Schmerzensgeld - und verlor.

Mann impotent nach OP

© dpa

Eine Frau klagte wegen Verlust der Sexualität auf Schmerzensgeld. Ihr Mann hatte mutmaßlich wegen einer OP die Potenz verloren.

Ist ein Mann nach einer Operation impotent, hat die Ehefrau keinen Anspruch auf Schmerzensgeld von der Klinik. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az.: 3 U 42/17).

Indirekter Schaden durch Ärztepfusch?

Hintergrund der ungewöhnlichen Klage war, dass der Ehemann durch eine möglicherweise fehlerhafte ärztliche Behandlung seine Potenz verloren hatte. Die Frau konnte aber nicht darlegen, dass ihr dadurch ein körperlicher oder seelischer Schaden entstanden ist.

Impotenz durch Nervenschaden bei Rücken-OP

In dem verhandelten Fall hatte der Mann bei einer Wirbelsäulen-Operation einen Nervenschaden erlitten. Von dem Krankenhaus forderte die Frau mindestens 20.000 Euro Schmerzensgeld für die angeblich durch ärztliche Fehler entstandene Impotenz ihres Mannes.

Kein Schmerzensgeld bei Verlust der Sexualität

Ohne Erfolg. Sie habe nicht dargelegt, dass seine Impotenz bei ihr zu körperlichen oder seelischen Schäden geführt hat, so das Gericht. Sie mache lediglich einen faktischen «Verlust der Sexualität» geltend. Dieser Verlust stelle jedoch keine Verletzung des Körpers, der Gesundheit oder des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung dar. Ob ein Behandlungsfehler vorlag oder nicht, spielte bei der Entscheidung keine Rolle.
fahrrad impotenz potenz impotent
© dpa

Schadet Radfahren der Potenz?

Fahren Männer gerne und viel Fahrrad, werden sie manchmal gewarnt: Radfahren macht impotent. Aber stimmt das eigentlich? Ein Urologe schafft Klarheit. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 6. Dezember 2017 09:56 Uhr