Rechnungsbetrag aufrunden: Händler muss vorher fragen

Rechnungsbetrag aufrunden: Händler muss vorher fragen

Händler dürfen Kunden nicht ungefragt gegen Geld einen Gutscheincode zuteilen. Das gilt schon für einen einzigen Cent, der zu viel auf der Rechnung steht.

Langer Kassenzettel

© dpa

Aufrunden für einen Gutscheincode? Das ist nur dann erlaubt, wenn der Kunde vorher zustimmt.

Händler dürfen eine Rechnung nicht einfach aufrunden. Das geht auch dann nicht, wenn es um Centbeträge geht und der Kunde als Gegenleistung dafür einen Gutscheincode bekommt.

Händler darf nicht ungefragt aufrunden

«Der Händler muss den Kunden erst informieren, bevor er eine Forderung geltend macht», erläutert Dunja Richter von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Damit ein Vertrag zustande kommt, müssen sich beide Partner über den Inhalt einig sein - der Kunde muss also auch in solchen Fällen schon vorher wissen, warum er mehr bezahlen soll.

Promotion-Code für einen Cent mehr

Die Verbraucherschützerin berichtet von einem Fall, in dem ein Kunde in einem Elektromarkt ungefragt mehr gezahlt hat. Erst später entdeckte der Mann den aufgerundeten Preis. Die Begründung dafür fand er auf der Rückseite des Kassenbons: Der Elektromarkt hatte ihm einen Cent mehr abgebucht, dafür stellte der Händler dem Kunden einen Promotion-Code zur Verfügung - mit dem er drei Monate lang eine Musikflatrate testen konnte. Das Problem: Der Kunde wollte den Gutschein nicht - und beschwerte sich bei der Verbraucherzentrale.

Gericht untersagt Geschäftspraxis

Die Verbraucherschützer mahnten den Elektromarkt zunächst ab - und klagten, als das Unternehmen keine Unterlassungserklärung abgeben wollte. Das Landgericht Stuttgart untersagte nach Angaben der Verbraucherschützer schließlich in einem Versäumnisurteil die Geschäftspraxis mit Runden und Gutscheincode (Az.: 38 O 67/16 KfH).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 13. Februar 2017 10:49 Uhr