Kirchenaustritt: Voraussetzungen, Ablauf und Kosten

Aus der Kirche auszutreten, ist heute ein einfacher Verwaltungsakt. Doch wie läuft er eigentlich ab? Fragen und Antworten zum Kirchenaustritt im Überblick.
Aus der Kirche austreten: So geht's
Wer aus der Kirche austreten will, muss je nach Bundesland zum Amtsgericht oder Standesamt. © dpa

Hohe Kirchensteuer, Unzufriedenheit mit der Institution, fehlender Glaube an Gott: Gründe für einen Kirchenaustritt gibt es viele. Und dann geht alles ganz schnell: Wer aus der Kirche austreten will, muss nur eine Kirchenaustrittserklärung unterschreiben und eine Gebühr bezahlen. Ein paar Dinge gibt es aber trotzdem zu beachten.

Wer kann aus der Kirche austreten?

Jeder, der einer steuerberechtigten Religionsgemeinschaft öffentlichen Rechts angehört. In Berlin gehören die evangelische Kirche, die römisch-katholische Kirche, die altkatholische Kirche und die Jüdische Gemeinde dazu. Das Mindestalter für den Kirchenaustritt liegt bei 14 Jahren. Für Kinder unter 14 Jahren können die Eltern den Austritt erklären.

Wo kann man den Kirchenaustritt erklären?

Kommt darauf an. In Berlin ist das zuständige Amtsgericht der richtige Ansprechpartner. Das ist in der Regel das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Wohnsitz liegt. In anderen Bundesländern ist der Kirchenaustritt beim Standesamt, Notar bzw. direkt bei der Kirche zu erklären.

Was passiert in der Behörde?

Nach mündlicher Erklärung des Austrittswunsches fertigt der zuständige Mitarbeiter eine Niederschrift der Austrittserklärung an. Diese muss unterschrieben werden. Alternativ kann man den Austrittwunsch auch selbst schriftlich formulieren und die Unterschrift von einer Notarin oder einem Notar beglaubigen lassen. Auch in diesem Fall muss die beglaubigte Urkunde beim Amtsgericht eingereicht werden.

Geht das alles auch per E-Mail?

Nein. Wer aus der Kirche austreten will, muss persönlich erscheinen. Mit einem Brief oder einer E-Mail ist es nicht getan. Auch der Kirchenaustritt über eine bevollmächtigte Person ist unzulässig und wird nicht anerkannt.

Wen informiert die Behörde über den Kirchenaustritt?

Das Amtsgericht informiert die Religionsgemeinschaft, die Meldebehörde und das Finanzamt über den Kirchenaustritt. Auf Wunsch wird außerdem das Geburts-, Eheschließungs- oder Partnerschaftsregister beim Standesamt benachrichtigt.

Welche Unterlagen sind erforderlich?

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • Geburtsurkunde (falls die Eintragung des Kirchenaustritts ins Geburtsregister gewünscht ist)
  • Geburtsurkunden der Kinder (falls der Austritt auch für die Kinder erklärt werden soll und die Kinder das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben)
  • Eheurkunde bzw. Lebenspartnerschaftsurkunde (falls die Eintragung auch im Ehe- oder Lebenspartnerschaftsregisters gewünscht ist)

Was kostet der Kirchenaustritt?

Je nach Bundesland und Kommune werden Gebühren zwischen fünf und 60 Euro fällig. In Berlin kostet der Kirchenaustritt bei 30 Euro (Stand: Februar 2017). Wird die Kirchenaustrittserklärung von einer Notarin oder einem Notar beglaubigt, entstehen dort zusätzliche Kosten.

Wann wird die Austrittserklärung wirksam?

Die Kirchenaustrittserklärung wird mit dem Ablauf des Tages wirksam, an dem die amtsgerichtliche Niederschrift unterzeichnet wird oder die notariell beglaubigte Kopie beim Amtsgericht eingegangen ist.

Ab wann entfällt die Kirchensteuer?

Die Befreiung von der Kirchensteuer tritt mit dem Ende des Monats ein, in dem der Kirchenaustritt erklärt wurde. Allerdings wird die Steuer im Austrittsjahr auf das gesamte Jahreseinkommen erhoben. Zuviel gezahlte Kirchensteuer kann in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

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Quelle: Berlin.de
Aktualisierung: Freitag, 10. Februar 2017 14:32 Uhr

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