Trennung: Finanzieller Ausgleich auch nach wilder Ehe möglich

Trennung: Finanzieller Ausgleich auch nach wilder Ehe möglich

Hat ein Partner während der Beziehung viel Geld investiert, kann er bei einer Trennung in manchen Fällen einen Ausgleich verlangen. Dafür muss man nicht verheiratet gewesen sein.

Getrenntes Paar

© dpa

Um als nicht verheirateter Partner nach der Trennung einen finanziellen Ausgleich zu bekommen, muss man das Vermögen des anderen Partners vermehrt haben.

Auch bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften kann einem Partner nach der Trennung ein finanzieller Ausgleich zustehen. Allerdings müssen dafür bestimmte Bedingungen erfüllt sein. 

Partner muss Vermögen des anderen vermehrt haben

Der Partner muss durch erhebliche Beiträge das Vermögen des anderen Partners vermehrt haben, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Ausgaben im Rahmen des täglichen Zusammenlebens fallen nicht darunter.

Mann will finanziellen Ausgleich für Möbel und Hund

So lehnte das Oberlandesgericht Brandenburg Forderungen eines Mannes ab (Az.: 3 U 8/12). Er wollte von seiner früheren Partnerin Ausgleich finanzieller Leistungen. Das Paar hatte bis zur Trennung im Haus der Partnerin gelebt. Da er während der Beziehung unter anderem Möbel angeschafft, einen Kamin gekauft und auch Geld in das Haus und das Grundstück gesteckt hatte, forderte er nun Geld zurück. Auch für den Kauf des gemeinsamen Hundes wollte der Mann einen Ausgleich. Insgesamt verlangte er rund 62.000 Euro.

Kein Ausgleich bei geringem Beitrag zum Zusammenleben

Ohne Erfolg: Zwar habe der Mann unter anderem für seine Investitionen in Haus und Grundstück ein Darlehen aufgenommen. Das habe seine frühere Partnerin allerdings übernommen. Lediglich die von dem Kläger geleisteten Kreditraten seien anrechenbar. Allerdings habe der Mann während der Beziehung mietfrei in dem Haus gelebt und einen relativ geringen finanziellen Beitrag zum täglichen Zusammenleben geleistet. Daher entfalle der Anspruch auf Ausgleich in diesem Fall.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 18. Januar 2017 10:21 Uhr