Drohnen und Multicopter fliegen: Regeln für Hobbypiloten

Drohnen und Multicopter fliegen: Regeln für Hobbypiloten

In Flughafennähe gilt für Drohnen und Multicopter Flugverbot. Aber auch anderswo müssen die Fluggeräte am Boden bleiben. Gesetze und Regelungen im Überblick.

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© dpa

Mit der Zahl der Drohnen steigt auch das Risiko für Zusammenstöße und Unfälle. Dabei gibt es klare Regeln.

[b]Hinweis:[/b] Der folgende Artikel gibt einen allgemeinen Überblick über Regeln und Verbote für Drohnen- und Multicopterflüge und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Details zu Flugverbotszonen, Anträgen oder Gewichts- und Höhenbeschränkungen können den Webseiten der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) sowie der Gemeinsamen Oberen Luftfahrbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB) entnommen werden. Die bundesweit geltende Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten ("Drohnen-VO") ist seit dem 6. April 2017 in Kraft.

Drohnen und Multicopter fliegen: Regeln für Hobbypiloten

Immer wieder kommt es in Flughafennähe zu Zwischenfällen mit Drohnen. Was viele nicht wissen: «Die Flugsicherung kann Drohnen nicht auf dem Radarschirm sehen», sagt Sprecherin Ute Otterbein. Nicht nur deswegen gibt es klare Regeln, wo Multicopter und andere ferngesteuerte Fluggeräte am Boden bleiben müssen und was bei ihrem Betrieb zu beachten ist.

Was genau sind Drohnen und Multicopter?

Drohne ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Multicopter. Der Begriff Multicopter wiederum bezieht sich auf die Bauart des Fluggeräts: Aufstieg und Flug werden durch mehrere in einer Ebene angeordnete und nach unten wirkende Propeller ermöglicht. Beide Begriffe existieren allerdings im Luftrecht (noch) nicht. Dort wird lediglich zwischen unbemannten Luftfahrtsystemen (gewerbliche Nutzung) und Flugmodellen (private Nutzung) unterschieden.

Welche Regeln gelten für Drohnen rund um Flughäfen?

In den sogenannten Kontrollzonen rund um die deutschen Flughäfen gilt ohne Sondererlaubnis Flugverbot. Allerdings dürfen gemäß einer Allgemeinverfügung der Deutschen Flugsicherung (DFS) bei einer Entfernung von mehr als 1,5 Kilometern zu der Begrenzung von Flugplätzen Flugmodelle (bis fünf Kilogramm) in bis zu 30 Metern Höhe fliegen, unbemannte Luftfahrtsysteme (bis 25 Kilogramm) in bis zu 50 Metern. Der Flug muss in Sichtweite des Piloten stattfinden, bemanntem Flugverkehr (etwa Rettungshubschraubern) muss sofort durch Verringerung der Flughöhe ausgewichen werden.

Welche Strafen drohen, wenn man trotzdem fliegt?

Der Einflug in eine Kontrollzone ohne Flugverkehrskontrollfreigabe ist eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 44 Absatz 1 Nr. 17 LuftVO und wird mit einem Bußgeld bestraft. Dazu muss es nicht einmal zu einem Unfall oder Schäden kommen. Bei Zwischenfällen droht eine Anklage nach Paragraf 315 des Strafgesetzbuches wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Gibt es weitere Flugverbotszonen?

Im Luftraum über Militäranlagen, Krankenhäusern, Kraftwerken oder Gefängnissen darf nicht geflogen werden. Das Gleiche gilt etwa auch für Unglücksstellen oder Menschenansammlungen. Zum Überfliegen von Privatgrundstücken ist eine Genehmigung des Eigentümers notwendig. Die "Drohnen-VO" listet detailliert auf, wo das Fliegen von Drohnen noch verboten ist.

Wer braucht eine Lizenz zum Fliegen?

Bislang brauchen nur kommerzielle Nutzer eine Aufstiegserlaubnis. Dazu gehören zum Beispiel Aufnahmen für Youtube, Facebook, zu Forschungszwecken, für Inspektionen, Vermessungen, Gewerbe und Vermarktung. Wird die Drohne privat genutzt und wiegt maximal fünf Kilogramm, ist unter Einhaltung der Regeln keine Genehmigung erforderlich. Drohnenpiloten müssen allerdings unter Umständen einen Kenntnisnachweis erbringen ("Drohnenführerschein").

Wer braucht einen Drohnenführerschein?

Die durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beschlossene Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten schreibt unter anderem einen "Kenntnisnachweis" für Drohnenbesitzer vor. Dieser Nachweis muss nach neuer LuftVO ab dem 01.10.2017 für unbemannte Fluggeräte mit einer Startmasse von mehr als 2 Kilogramm erbracht werden.

Wie komme ich an den Kenntnisnachweis?

Wer keine gültige Pilotenlizenz besitzt, muss für den Kenntnisnachweis eine Prüfung bei einer staatlich anerkannten Stelle ablegen oder durch einen Luftsportverband eingewiesen werden. Welche Stelle anerkannt ist, legt das Luftfahrt-Bundesamt fest. Bewerber müssen mindestens 14 Jahre alt sein. Die Bescheinigung gilt für fünf Jahre.

Und wenn doch etwas passiert?

Dann soll der Besitzer der Drohne einfacher gefunden werden können als bisher. Um die Eigentümer der Multicopter schnell ermitteln zu können, müssen an Fluggeräten mit über 250 Gramm Gewicht an sichtbarer Stelle, dauerhaft und feuerfest Name und Anschrift des Besitzers angebracht sein.

Wo kann man sich über die Regeln informieren?

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) gibt auf ihrer Webseite Informationen über sicheres Fliegen mit Flugmodellen und unbemannten Fluggeräten. Dort können sich Hobbypiloten auch über die Kontrollzonen rund um die Flughäfen informieren.

Drohnen und Multicopter über Berlin

In Berlin gelten für Drohnenpiloten einige Sonderregeln. Zusätzlich zu den Kontrollzonen gibt es in der Hauptstadt zwei Flugbeschränkungsgebiete (ED-R 146 und ED-R 4), in denen Drohnen nicht fliegen dürfen. Für gewerbliche Nutzer sind jedoch auf Antrag beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung Ausnahmen möglich.

Reichstagsgebäude: Rund um den Sitz des Deutschen Bundestages darf in einem kreisförmigen Gebiet mit einem Radius von 5,556 Kilometern und unter einer Höhe von ca. 1500 Metern generell nicht geflogen werden - also auch keine Drohnen. Ausgenommen sind Flüge der Polizei, Einsatzflüge der Bundeswehr, Rettungsflüge sowie Flüge für An- und Abflüge zum und vom Flughafen Berlin-Tegel. Drohnenflüge zu gewerblichen Zwecken in diesem Gebiet bedürfen eines Antrags und werden nur unter strengen Auflagen genehmigt.

Wannsee: Wegen des Forschungsreaktors des Helmholtz-Zentrums darf am Wannsee ebenfalls nicht geflogen werden. Das Flugbegrenzungsgebiet besitzt eine fast zylinderförmige Form mit einem Radius von 3,704 Kilometern und einer Höhe von 610 Metern rund um das Helmholtz-Zentrum am Hahn-Meitner-Platz 1.

Wer ein Luftfahrzeug innerhalb eines Flugbeschränkungsgebietes ohne Durchflug- bzw. Aufstiegsgenehmigung aufsteigen lässt, macht sich strafbar.

Quelle: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz/BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 31. Juli 2018 15:55 Uhr