Drohnen dürfen nicht über Nachbargrundstück fliegen

Drohnen dürfen nicht über Nachbargrundstück fliegen

Wer seine Drohne über dem Grundstück des Nachbarn fliegen lässt, verletzt dessen Persönlichkeitsrecht. Macht man es trotzdem, drohen Ordnungsgeld - und sogar Haft.

Drohne Kamera Nachbar

© dpa

Eine Drohne des Nachbarn über dem eigenen Grundstück verletzt das Persönlichkeitsrecht.

Drohnen dürfen nicht ohne weiteres überall herumfliegen. Das gilt insbesondere, wenn sie mit Kameras ausgestattet sind.

Bei Zuwiderhandlung drohen Ordnungsgeld und Ordnungshaft

So gewährt etwa die allgemeine Handlungsfreiheit keinen Anspruch darauf, seine Flugdrohne über das Grundstück des Nachbarn fliegen zu lassen. Das entschied zumindest das Amtsgericht Potsdam (Az.: 37 C 454/13), wie die «Neue juristische Wochenschrift» berichtet. Bei Zuwiderhandlung können ein hohes Ordnungsgeld oder sogar Ordnungshaft drohen.

Nachbarin fühlt sich durch Drohne gestört und klagt

In dem verhandelten Fall ging es um einen Streit zwischen Nachbarn. Ein Mann hatte seine Drohne, die mit einer Kamera ausgestattet war, über das Haus und das Grundstück seiner Nachbarin fliegen lassen. Deren Grundstück ist durch hohe Hecken vor neugierigen Blicken geschützt. Als sie im Garten auf einer Sonnenliege las, startete der Nachbar seine Drohne. Die Nachbarin fühlte sich dadurch gestört und zog vor Gericht.

Persönlichkeitsrecht ist wichtiger als Hobby

Und dort bekam die Frau auch Recht: Grundsätzlich sei der Luftraum für die vom Beklagten benutzte Drohne frei. Auch schütze die allgemeine Handlungsfreiheit die Pflege von eigenwilligen Hobbys. Doch hier gehe das im Grundgesetz geschützte Persönlichkeitsrecht vor. Der Hinweis des Beklagten, er habe keine Aufnahmen vom Grundstück der Nachbarin gemacht und auch einen Abstand von 50 Metern zu dem betreffenden Grundstück eingehalten, konnte die Richter nicht überzeugen. Für sein Hobby gebe es genug andere Flächen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. Februar 2016 09:59 Uhr

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