Versehentlich ohne Fahrschein: Welche Optionen Fahrgäste haben

Versehentlich ohne Fahrschein: Welche Optionen Fahrgäste haben

Kaputter Automat, vergessene Monatskarte, falsches Ticket: Schnell wird man in Bus und Bahn unfreiwillig zum Fahrgast ohne gültigen Fahrschein. In manchen Fällen lässt sich eine hohe Geldbuße aber verhindern. In manchen Fällen lässt sich eine hohe Geldbuße aber umgehen.

Manche fahren unfreiwillig schwarz

© dpa

Wer keinen gültigen Fahrausweis vorweisen kann, macht dies nicht immer aus Berechnung. Streikt etwa der Automat, muss der Fahrgast das nachweisen.

«Die Fahrscheine, bitte!» Wer im Nahverkehr keinen gültigen Fahrschein vorzeigen kann, zahlt seit Juli 2015 mehr Geld: 60 Euro kostet das Fahren ohne gültigen Fahrausweis bundesweit. Wer sich schlichtweg keinen Fahrschein gekauft hat, muss das Bußgeld blechen. Nicht immer fahren Fahrgäste allerdings freiwillig ohne gültiges Ticket.

Kaputte Fahrscheinautomaten sollten gemeldet werden

Ein typischer Fall sind kaputte Ticketautomaten oder -entwerter. Um die Störung beweisen zu können, notiert man sich Uhrzeit, Standort, Gerätenummer und meldet den Defekt gegebenenfalls telefonisch, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Handy-Foto ist auch ein hilfreicher Nachweis, um eine Geldbuße zu verhindern. Im Zug muss gleich der Zugbegleiter über den Defekt informiert werden. Steigt man um, muss an der Umsteigestation ein gültiges Ticket gekauft werden.

Der Klassiker: die vergessene Monatskarte

Auch Vergesslichkeit kann Fahrgäste in die Bredouille bringen: Bei der Fahrschein-Kontrolle stellt man fest, dass seine Monatskarte noch zu Hause liegt. Wer dann erwischt wird, muss innerhalb einer Frist sein Monatsticket beim Verkehrsunternehmen vorlegen. Statt 60 Euro Bußgeld wird in dem Fall lediglich eine Bearbeitungsgebühr fällig. Das klappt aber nur, wenn das Ticket auf den Namen des Nutzers ausgestellt ist. Übertragbare Tickets seien nicht nachzeigbar.

Nutzer sollten ausreichend Handyakku haben

Handytickets sind nur gültig, wenn sie vorm Einsteigen gekauft wurden, warnen die Verbraucherschützer. Die Nutzer müssen außerdem darauf achten, dass ihr Mobiltelefon genug Akku hat und das Ticket auch ohne Internetverbindung anzeigen kann.

Fahren mit falschem Fahrschein

Ärgerlich ist, wenn man mit einem falschen Ticket unterwegs ist. Ist eine falsche Beratung am Bahnhof dafür der Grund, kann man das nur schwer nachweisen. Dafür muss ein Zeuge benannt werden oder eine Bestätigung des Schaltermitarbeiters vorliegen. Es kann sich jedoch trotzdem lohnen, in solchen Fällen um Nachlass der Strafgebühr zu bitten, empfiehlt die Verbraucherzentrale.

Veralteter Fahrschein: Übergangszeiten beachten

Bei einer Tariferhöhung verfallen alte Einzel- und Mehrfachtickets nicht automatisch: Sie können für eine bestimmte Übergangszeit noch benutzt werden. Wer selten fährt, prüft also besser regelmäßig die aktuellen Preise. Sind die angestiegen, macht man sich lieber vorher schlau, ob die Übergangszeit noch läuft. Danach riskiert man sonst eine 60 Euro teure Fahrt.

Einspruch gegen Bußgeld fristgerecht erheben

Wer Einspruch gegen ein Bußgeld erheben will, findet auf dem ausgehändigten Zahlschein alle nötigen Infos: Aktenzeichen, Frist und Adresse des Unternehmens. Bei der Einspruchsfrist zählt der Tag der Kontrolle bereits mit, betonen die Verbraucherschützer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 9. Juli 2021 16:13 Uhr