Busreisen: Bei Verspätung gibt es Entschädigung

Busreisen: Bei Verspätung gibt es Entschädigung

Der Fernbus kommt viel zu spät? In diesem Fall kann der Fahrgast unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung fordern.

Busreisende haben Rechte

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Busreiseveranstalter dürfen nicht generell so tun, als seien Verspätungen Schicksal.

Wie Fluggäste müssen auch Fernbuspassagiere nicht jede Verspätung hinnehmen. «Entschädigungs- oder Erstattungsansprüche stehen ihnen jedoch erst ab einer Wegstrecke von 250 Kilometern zu», erläutert Heinz Klewe, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP). Ab dieser Distanz gilt: Verzögert sich die Abfahrt- aus Gründen, die das Busunternehmen beeinflussen kann - um mehr als zwei Stunden, ist die Fahrt überbucht oder wird sie annulliert, muss das Unternehmen die kostenfreie Erstattung des Fahrpreises oder die Weiterreise auf anderem Weg anbieten. Tut es das nicht, kann der Gast die Erstattung und eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrpreises verlangen.

Wie muss das Busunternehmen seine Gäste entschädigen?

Verzögert sich die Abfahrt von Busreisen mit drei oder mehr Stunden Fahrzeit um mehr als 90 Minuten, muss das Unternehmen einen Imbiss sowie Erfrischungen anbieten- wenn diese verfügbar oder unter zumutbaren Umständen zu beschaffen sind. Ist eine Weiterfahrt am gleichen Tag nicht mehr möglich, muss der Veranstalter maximal zwei Übernachtungen für 80 Euro pro Person und Nacht übernehmen. «Bei Verzögerungen aufgrund von Naturkatastrophen und widrigem Wetter stehen die Veranstalter jedoch nicht in der Pflicht», erläutert Klewe. Ansprüche bestünden eher dann, wenn der Bus einen Unfall oder eine Panne hat und sich die Weiterfahrt deshalb verzögert.

Wann haben Fahrgäste keinen Anspruch auf Entschädigung?

Wichtig zu wissen: Fahrgäste haben keinen Anspruch auf Entschädigung, wenn der Bus aufgrund eines Staus zu spät am Ziel ankommt- aber pünktlich abgefahren ist. Staus fallen nicht in den Verantwortungsbereich des Busreiseveranstalters.
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Wie können Reisende ihre Ansprüche geltend machen?

Wollen Busreisende eventuelle Ansprüche geltend machen, müssen sie innerhalb von drei Monaten Beschwerde beim betreffenden Unternehmen einreichen- dieses muss dann innerhalb eines Monats reagieren und spätestens drei Monate nach Eingang endgültig über die Beschwerde entscheiden. «Wenn es zu keiner Einigung kommt, können sich die Fahrgäste auch an die Schlichtungsstelle wenden», sagt Klewe. Vorausgesetzt, der Busunternehmer ist hier vertreten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. März 2014 16:13 Uhr