Gutscheine als Geschenk: Welche Rechte Kunden haben

Gutscheine als Geschenk: Welche Rechte Kunden haben

Gutscheine sind für viele das ideale Weihnachtsgeschenk. Zu lange dürfen Beschenkte mit dem Einlösen aber nicht warten.

Gutscheine als Geschenk

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Gutscheine sind ein beliebtes Last-Minute-Geschenk.

Immer mehr Geschenke liegen jedes Jahr in Form von Geld- oder Warengutscheinen auf dem Gabentisch. Für den Handel ein gutes Geschäft: Mit Weihnachts-Warengutscheinen werden in diesem Jahr wahrscheinlich rund zwei Milliarden Euro umgesetzt - Tendenz steigend.

Muss ein Geschäft Gutscheine anbieten?

Besonders beliebt sind laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) Gutscheine für Kleidung und Elektronik. Trotz der Beliebtheit bei den Kunden sind Geschäfte nicht zum Ausstellen verpflichtet. «Das kann jedes Unternehmen halten, wie es möchte», sagt HDE-Sprecher Stefan Hertel. Auch für die Form existieren keine Vorgaben.

Kann man sich den Gutschein auszahlen lassen?

Geschenk-Gutscheine werden in Waren und Dienstleistungen verwandelt, aber nicht bar ausbezahlt. Es gibt Ausnahmen: Bevor der Beschenkte den Gutschein einlöst, macht das Geschäft dicht, ohne jedoch pleite zu sein. In dem Fall besteht laut HDE ein Rückerstattungsanspruch. Filialunternehmen lösen den Gutschein in einem anderen Laden der Kette ein.

Was, wenn die Dienstleistung nicht mehr angeboten wird?

Zweite Variante: Eine im Gutschein beschriebene Dienstleistung - beispielsweise Fußpflege - wird nicht mehr erbracht. «Eine alternative Dienstleistung muss nicht akzeptiert werden», erläutert Gabriele Zeugner von der Verbraucherzentrale Bremen. Der Kunde kann aber einem angebotenen Tausch - Maniküre gegen Pediküre - zustimmen.

Wie lange ist ein Gutschein gültig?

Ist der Gutschein nicht ausdrücklich befristet, bleiben Beschenkten zum Einlösen drei Jahre Zeit. Die Laufzeit beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde. Ein Beispiel: Wer zum Weihnachtsfest mit einem Gutschein beschenkt wird, der im November 2018 erworben wurde, muss diesen bis spätestens 31. Dezember 2021 einlösen. Weniger als ein Jahr dürfen Gutscheine in der Regel nicht gelten. Wurde der Gutschein im Oktober 2015 erworben, muss er bis spätestens zum 31. Dezember 2018 eingelöst werden.

Wer legt die Gültigkeitsdauer fest?

Befristungen dürfen Läden frei festlegen. Allerdings hält die Rechtsprechung zum Beispiel ein halbes oder ein ganzes Jahr für zu knapp bemessen. Verbraucherschützerin Zeugner zitiert ein Urteil aus München, in dem das Oberlandesgericht (OLG) Klägern Recht gab, die sich gegen zwölf Monate Einlösezeit wehrten (Az.: 29 U 3193/07). In der Konsequenz wurde der in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genannte Termin unwirksam, die Drei-Jahres-Frist des BGB trat in Kraft.

Hat die Art Einfluss auf die Gültigkeit?

Meist kommt es auf den Einzelfall an. Um einen Kinogutschein einzulösen, haben Beschenkte nach einem Urteil des OLG Hamburg zwei Jahre Zeit (Az.: 10 U 11/00G). Für eine Ballonfahrt reichte Richtern im niedersächsischen Syke ein Jahr (Az.: 9 C 1683/02). Die gleiche Zeit genügte dem OLG Brandenburg (Az.: 6 U 98/12) nach HDE-Angaben für einen Fahrschul-Gutschein. Schenkende sollten auf möglichst lange Befristung achten. Am besten sei gar keine, weil dann das BGB greife, erklärt Gabriele Zeugner.

Was gilt bei einem Gutschein für ein Event?

Event-Gutscheine können bereits mit dem Datum der Veranstaltung verfallen. Wer am Tag eines Konzerts krank oder schon verplant ist, guckt meist in die Röhre. «Ist die Veranstaltung einmalig, habe ich keinen Anspruch auf Geld», sagt Zeugner. Umgehen lässt sich das Problem mit selbst gestalteten Karten «Für einen schönen Abend zu zweit» oder «Für einen Opernabend». Der Beschenkte wählt selbst Ort und Zeit und bekommt dann das Geld.

Welche Alternativen gibt es?

Andere Alternative im Laden: Gutschein-Käufer vereinbaren eine bestimmte Zeitspanne. Das beugt Ärger vor. «Wenn ich was aushandele, weiß ich, was ich mir einhandele», erläutert Zeugner. Individuelle Abkommen werden auf dem Gutschein vermerkt. Mündliche Absprachen bergen Konfliktpotenzial, weil ein Beweisproblem droht, wenn Aussage gegen Aussage steht.

Was, wenn der Gutschein nicht mehr gültig ist?

Was passiert, wenn die Gültigkeitsdauer abgelaufen ist, ist umstritten. Während Verbraucherschützer sich wünschen, dass das Geschäft zumindest einen Teil des Werts herausgibt, sehen das manche Juristen anders. Findet ein Beschenkter im ausgeguckten Laden nichts, kann er an die Kulanz des Händlers appellieren. Entweder, dass der zumindest einen Teil ausbezahlt oder einen Restbetrag. Zum Beispiel 5 Euro, wenn der Gutschein auf 50 Euro lautet und das T-Shirt 45 Euro kostet. Bei Insolvenz eines Geschäfts bleibt dem Kunden nur, seine Forderung beim Insolvenzverwalter anzumelden.

Was gilt für Online-Gutscheine?

Für online erstandene Gutscheine gilt grundsätzlich das Widerrufsrecht nach dem Fernabsatzvertrag. Demnach kann der Käufer innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurücktreten, erläutert Evamaria Schönmetzler von der Verbraucherzentrale Bayern. Er bekommt dann sein Geld zurück. Kunden sollten vorab das Impressum des Anbieters anschauen.

Wie lange ist ein Online-Gutschein gültig?

Dort finden sich eventuell Angaben, die das Widerrufsrecht oder die Einlösefrist einschränken oder Hinweise zu Umtauschkonditionen. Der Beschenkte hat wie im Laden prinzipiell drei Jahre Zeit, den Gutschein einzulösen. Gefallen die bestellten Turnschuhe nicht, können sie gegen ein anderes Paar getauscht werden. Geld zurück gibt es nicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 27. Dezember 2018 10:29 Uhr