Rentenansprüche bei einem Job im Ausland sichern

Rentenansprüche bei einem Job im Ausland sichern

Beschäftigungszeiten im Ausland können für die spätere Rente angerechnet werden. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

Die Welt in der Hand

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Wer einen Job im Ausland antreten will, sollte auch an seine Rente in Deutschalnd denken.

Viele Menschen zieht es in die Ferne. Sei es für einige Wochen im Urlaub, einige Monate während Schule oder Studium oder sogar mehrere Jahre im Beruf. Wer allein oder mit der Familie für unbestimmte Zeit ins Ausland zieht, sollte sicherstellen, dass er angemessen für seine Rente vorsorgt. Denn seine Rente erhält der Arbeitnehmer dann aus jedem Land gemessen an der Zeit, die er dort eingezahlt hat. Er muss dafür aber Mindestversicherungszeiten eingehalten haben- und sich um die Rentenanträge sorgfältig kümmern.

Rentenansprüche aus dem Ausland: Mindestzeit einhalten

«Es ist empfehlenswert, dass man sich mit der gesetzlichen Rentenversicherung des Gastlandes frühzeitig auseinandersetzt», rät Stefanie Kühn, Honorar-Finanzberaterin aus Grafing bei München. Zahle ein Arbeitnehmer in die dortige Rentenkasse ein, sollte er sicherstellen, dass er die Mindestzeit einhalte. «Nicht, dass man einen Monat zu früh nach Deutschland zurückkehrt und dann keine Rente erhält.»

Höhe der Rente hängt von vielen Faktoren ab

Auch in Deutschland gilt eine Mindestversicherungszeit, erklärt Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Sie beträgt fünf Jahre. Dann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Rente, wenn er die gesetzliche Altersgrenze erreicht hat. Diese wird zurzeit von 65 auf 67 Jahre angehoben. Im Einzelfall beeinflussten viele Faktoren die Höhe einer Rente. «Dazu gehören beispielsweise die Dauer der Beitragszahlung und die Höhe des versicherungspflichtigen Einkommens, eventuelle Kinderbetreuungszeiten, das Alter, ab dem die Rente gezahlt wird», nennt von der Heide Beispiele.

Rentenkasse: Unterschiede beim Auslandsaufenthalt

Für die Rentenkasse sei es ein Unterschied, ob ein Arbeitnehmer von einem deutschen Arbeitgeber für ein oder zwei Jahre in eine ausländische Niederlassung entsendet wird oder ob er einen Job bei einem ausländischen Arbeitgeber für noch längere Zeit annimmt, erklärt Anke Voss vom Bundesverband der Rentenberater. «Da ist ein ganz anderes Recht anzuwenden.» Für die Zeit der recht kurzen Entsendungen kümmere sich in der Regel der deutsche Arbeitgeber um die Sozialversicherungen. Handele es sich um einen Job bei einem ausländischen Arbeitgeber, müsse der Angestellte selbst aktiv werden.

Rente: Belege für Beitragszahlungen im Ausland sammeln

In diesem Fall ist es empfehlenswert, sich bei der Auslandsabteilung seines Rententrägers nach Formalitäten zu erkundigen, rät Rentenberaterin Voss. Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Antrag korrekt bearbeitet werde. Abgesehen davon gelte die Regel, die für jede Kommunikation mit Behörden und anderen wichtigen Institutionen gelte: «Man sollte Belege auch im Ausland sammeln.» Häufig missachteten Menschen das und hätten dann beim Renteneintritt keinen Nachweis über ihre Beitragszahlungen.

Beschaftigungzeiten im Ausland beim Rentenantrag angeben

Gehen Beschäftigte in Rente, stellen sie ihren Rentenantrag beim zuständigen Träger des Landes, in dem sie ihren Wohnsitz haben, erklärt von der Heide. «Zeiten einer Beschäftigung außerhalb des Wohnsitzstaates sollte der Arbeitnehmer in diesem Antrag angeben», erklärt er. «Dann leitet die Rentenversicherung des Wohnsitzstaates das Rentenverfahren auch in den übrigen Staaten ein.» Unproblematisch die Mitglieder der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Habe der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz in einem Staat, mit dem es kein Abkommen gebe, müsse er die deutsche Rente über die Deutsche Rentenversicherung beantragen. Vordrucke dafür finde er auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung.

Rente: Freiwillige Beitragszahlungen können sich lohnen

«Es gibt die Möglichkeit, freiwillig weiter Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung einzuzahlen», ergänzt Voss. Ob sich das lohne, müsse im Einzelfall geprüft werden. «Die Zahlung freiwilliger Beiträge kann sinnvoll sein, wenn man in Nicht-EU-Ländern arbeitet, mit denen auch kein Sozialversicherungsabkommen besteht», erklärt von der Heide. In diesen Fällen können nämlich die dortigen Beitragszeiten in der deutschen Rentenversicherung nicht berücksichtigt werden, so dass Lücken entstehen könnten.

Rente: Private Vorsorge im Ausland

Abgesehen von Fragen zur Rente sollten sich Arbeitnehmer auch im Ausland um private Vorsorge kümmern, rät Kühn. Wie immer gelte die Losung: «Mache dir Gedanken, wie viel Geld du im Alter haben willst und wie viel du dafür sparen musst». Viele ihrer Kunden behielten ihre deutschen Konten und Depots. «Sie durchschauen die Anlagen im Zielland nicht.» Dazu kämen weitere Schwierigkeiten. Denn wer ein Depot im Ausland eröffne und dann nach Deutschland ziehe, müsse sich schließlich auch darum kümmern, dass er ordnungsgemäß Steuern zahle.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. Oktober 2013 11:14 Uhr