Hartz IV: Höhere Wohnkosten, wenn Umzug wegen Depression nicht zumutbar

Hartz IV: Höhere Wohnkosten, wenn Umzug wegen Depression nicht zumutbar

Hartz IV-Empfänger müssen umziehen, wenn ihre Wohnung zu viel kostet- aber nicht allen kann ein Umzug zugemutet werden.

Arbeitsamt

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Ein Wohnungswechsel bei Hartz IV ist nicht immer notwendig.

Empfängern von Arbeitslosengeld steht ein bestimmter Betrag für ihre Miete zur Verfügung. Wird dieser überschritten, müssen sie umziehen. In Ausnahmefällen können Hartz-IV-Empfänger aber auch höhere Kosten für die Unterkunft geltend machen.

Höhere Wohnkosten wenn Umzug Krankheit verschärft

Das ist zum Beispiel möglich, wenn sie an einer Depression leiden. Könnte die Krankheit durch einen Umzug so verstärkt werden, dass ein Selbstmord droht, muss die Sozialbehörde die höheren Wohnkosten übernehmen. So entschied das Bayerische Landessozialgericht (Az: L 8 AS 646/10), so der Deutsche Anwaltverein.

Hartz IV auch bei Eigentumswohnung

Der Fall: Die alleinstehende Hartz-IV-Empfängerin lebte in ihrer 45 Quadratmeter großen Eigentumswohnung. Die monatlichen Kosten für die Wohnung lagen zwischen rund 620 und 900 Euro. Die zuständige Behörde forderte die Frau auf, diese Ausgaben zu senken. Andernfalls werde nur noch die angemessene Miete berücksichtigt. Eine Senkung der Kosten sei nicht möglich, erklärte die Frau. Wegen des Zuschnitts der Wohnung komme eine Untervermietung nicht in Frage. Ein Verkauf sei ebenfalls nicht möglich, da dann bis zu 40.000 Euro Schulden übrig blieben. Daraufhin senkte die Behörde wie angekündigt die Leistung.

Höhere Wohnkostenübernahme bei Depression möglich

Das Urteil: Die Richter verpflichteten die Behörde, die vollen Kosten für die Wohnung zu übernehmen. Sie begründeten dies mit den gesundheitlichen Problemen der Frau. Sie leide an einer Depression. Ein Umzug sei für sie mit solchen Belastungen verbunden, dass die Gefahr bestehe, dass sich die Erkrankung deutlich verschärfe. Aufgrund der persönlichen Vorgeschichte habe die Wohnung eine besondere Bedeutung. Bei Verlust sei die Gefahr von Verzweiflung gegeben. Die Folge könne ein Selbstmord sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. Juli 2013 13:18 Uhr

Hartz IV & Arbeitslosengeld