Warteschleifen: Abzocke mit teuren Hotlines ist verboten

Warteschleifen: Abzocke mit teuren Hotlines ist verboten

Service-Nummern mit Warteschleifen kosten Telefonkunden oft Geduld und hohe Gebühren. Nun gelten schärfere Vorschriften - und ein paar Ausnahmen.

Schluss mit Telefon-Warteschleifen

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Das endlose Warten am Telefon soll ein Ende haben.

Warteschleifen dürfen bei minutenweise abgerechneten Sonderrufnummern kein Geld mehr kosten. Allerdings gilt die Zeit, die der Anrufer im Dialog mit einem Sprachcomputer verbringt, nicht als Warteschleife, warnt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auf diese Weise könnten Unternehmen immer noch Zeit und damit Geld schinden.

Warteschleifen sind bei Festpreis-Nummern weiter erlaubt

Ein anderer Haken: Bei Festpreis-Sonderrufnummern sind Warteschleifen weiter erlaubt, wenn deren Dauer angesagt wird. So ließen sich Mehrfachanrufe provozieren, die ebenfalls ins Geld gehen können, erklärt der Telekommunikationsexperte. Denn wenn die Schleife zu lange dauert, legen Anrufer irgendwann entnervt auf und probieren es später erneut.

Alternative zu teuren Warteschleifen: Facebook und Twitter

0180- oder 0900-Nummern, die bis zu 3 Euro pro Minute oder bis zu 30 Euro pro Anruf kosten, sind aber ohnehin nicht immer die erste Wahl für Verbraucher. «Grundsätzlich ist die Telefon-Hotline eher für Spezialfälle oder dringende Probleme», sagt Bradler. Eine Alternative für Kurzfristiges könnten Anfragen über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter sein. Unter dem Druck der Öffentlichkeit antworteten dort viele Unternehmen relativ schnell.

Kontaktaufnahme per E-Mail

Eine weitere Option sei die Suche nach Kontaktformularen, kostenlosen Rückrufangeboten oder Service-E-Mail-Adressen auf der Webseite des Unternehmens. Dort werden oft auch häufig gestellte Fragen (FAQ) beantwortet. «Wenn es um wichtige Vertragsangelegenheiten geht, sollte man aber den schriftlichen Weg wählen», rät Bradler.

Festnetzanschluss statt teurer Sonderrufnummer

Experimentierfreudige können im Internet auch Ersatznummern für 0180-Hotlines recherchieren. Denn meist sind die kostenpflichtigen Sonderrufnummern mit ganz regulären Festnetzanschlüssen verknüpft, die zum Ortstarif erreichbar sind, von den Unternehmen aber nicht aktiv verbreitet werden. Eine Datenbank, die Festnetz-Pendants zu 0180-Nummern liefert, ist die Webseite www.0180.info.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 9. Oktober 2013 16:39 Uhr