Briefe verloren: Was Postkunden tun können

Briefe verloren: Was Postkunden tun können

Was tun, wenn der Brief nicht im Kasten landet? Wo und wie Postkunden nachforschen können und welche Versandarten sicherer sind.

Voller Briefkasten

© dpa

Verloren oder gestohlen? Manche Briefe kommen nicht an- und die Post haftet nur bei teuren Versandarten.

Ob Geburtstagskarte mit Bargeld oder ein lang erwarteter Brief: Jeder möchte, dass seine Briefe sicher, verlässlich und unbeschadet ankommen. Doch das ist nicht immer der Fall. Manche Briefe gehen verloren, sind beschädigt oder aufgerissen. Was Kunden der Post bei Verlust von Briefen tun können, ob und in welcher Höhe die Post bei Verlust haftet und welche Versandarten am sichersten sind.

Ab wann gilt eine Briefsendung als verloren?

Zunächst einmal heißt es abwarten. Denn laut ihren AGBs gibt die Deutsche Post keine zeitlichen Garantien für die Zustellung. Das heißt, dass die Deutsche Post bei normalen Briefsendungen keine bestimmte Lieferfrist garantiert. Als verloren gilt bei der Post eine Sendung erst, wenn sie nicht innerhalb von 20 Tagen nach Einlieferung an den Empfänger zugestellt wurde und ihr Verbleib nicht ermittelt werden kann.

Was können Post-Kunden nach Ablauf der Wartefrist tun?

Wurde der Brief als normale Briefsendung verschickt, also unversichert, haftet die Post bei Verlust in keinster Weise. Was bleibt? Auf der Service-Internetseite der Post kann man via Kontaktformular eine Mail an die Post schreiben. Die Adresse: http://www.dhl.de/formular-f8

Kann man sich bei der Post telefonisch beschweren?

Ja, das ist möglich. Der Kundenservice der Post in Bonn ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr unter der Telefonnummer (0228) 4333112 zu erreichen. An bundeseinheitlichen Feiertagen ist die Servicezentrale nicht besetzt. Die Post stellt auf ihren Seiten außerdem mehrere große FAQ-Sektionen bereit, in der häufig gestellte Fragen beantwortet werden.

Kann man einen normalen Brief zurückverfolgen lassen?

Nein, eine Sendung zurückzuverfolgen ist nur möglich, wenn der Brief als Einschreiben versandt wurde. Dann kann man den Brief ggf. zurückverfolgen lassen, also den Ort, an dem sich der Brief aktuell befindet, mittels einer Sendungsverfolgungsnummer ausfindig machen lassen.

Wofür haftet die Deutsche Post bei verlorenen Briefen?

Die Deutsche Post haftet laut AGBs bei Verlust oder Beschädigung nur, wenn für Sendungen Zusatzleistungen bezahlt wurden. Bei Briefen ist dies beispielsweise ein Einschreiben. Der Haftungsumfang beläuft sich auf festgelegte Höchstbeträge. Den Ersatz von Schäden, zum Beispiel entgangene Gewinne oder Zinsen, schließt die Post aus.

Welche Arten von Einschreiben gibt es?

Bei einem Einschreiben wird der Brief nur ausgeliefert, wenn der Empfänger oder ein anderer Empfangsberechtigter den Brief entgegen nimmt (zum Beispiel ein Mitbewohner oder Nachbar).
Es gibt fünf Varianten des Einschreibens, sie kosten aktuell zusätzlich zur Briefmarke zwischen 2,15 Euro und 6,80 Euro.

  1. Einschreiben per Einwurf: Die Post dokumentiert, dass die Sendung in den Briefkasten oder das Postfach des Empfängers eingeworfen wurde.
  2. Einschreiben: Der Zusteller übergibt die Sendung persönlich nur gegen Unterschrift an den Empfänger oder einen Empfangsberechtigten.
  3. Einschreiben eigenhändig: Die Sendung wird nur an den Empfänger persönlich oder an einen von ihm ausgewählten besonders Bevollmächtigten übergeben.
  4. Einschreiben mit Rückschein: Man erhält zusätzlich zum Einlieferungsnachweis eine Empfangsbestätigung mit der Originalunterschrift des Empfängers/ Empfangsberechtigten, die den Erhalt der Sendung dokumentiert.
  5. Einschreiben eigenhändig mit Rückschein: Der Zusteller übergibt die Sendung persönlich und gegen Unterschrift ausschließlich an den Empfänger oder einen schriftlich Bevollmächtigten. Der Versender bekommt eine Empfangsbestätigung mit Zustelldatum und Originalunterschrift des Empfängers zugeschickt.

Was tun, wenn ein Einschreiben nicht ankommt?

Wenn man eine der oben genannten Einschreiben-Varianten der Deutschen Post genutzt hat, erhält man an der jeweiligen Poststelle bei Abgabe des Briefes eine Sendungsverfolgungsnummer. Diese kann man online bei der Post, zusammen mit dem Versanddatum des Briefes, eingeben oder auch bei der Service-Nummer der Post anrufen. Im Normalfall erfährt man dann, wo der Brief sich gerade befindet. Ist der Brief nicht auffindbar, kann man bei der Post nachforschen lassen.

Wie hoch ist der Schadensersatz bei verlorenen Einschreiben?

Die Haftungshöchstbeträge der Deutschen Post liegen bei Brief- und briefähnlichen Sendungen per Einschreiben zwischen 20 und 25 Euro. Bei einer Nachnahme wird nach Ablieferung der Sendung der Nachnahmebetrag zurückerstattet.

Was sollte man generell beim Briefe versenden beachten?

Man sollte darauf achten, auf der Rückseite eines Briefes immer den Absender zu vermerken. Wenn keine Zustellung möglich ist, kommt der Brief auch bei unversichertem Versand an den Absender zurück.
Ansonsten gilt: Keine hohen Barbeträge in Briefen mitschicken, das Verlustrisiko ist hoch. Gestohlenes Geld aus Briefen ist nicht versichert. Folglich sollte man bei höheren Beträgen, die mit der Post verschickt werden, eine sichere Versandmethode, am besten mit persönlicher Übergabe, wählen.

Quelle: BerlinOnline/Deutsche Post (Stand: September 2018)

| Aktualisierung: Mittwoch, 19. September 2018 09:55 Uhr