Testament: In manchen Erbfällen reicht eine Kopie

Testament: In manchen Erbfällen reicht eine Kopie

Bei Erbschaften muss das originale Testament vorgelegt werden. Doch in manchen Fällen ist eine Ausnahme möglich.

Es geht manchmal auch ohne Original

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In Einzelfällen geht es auch ohne das Original: Dann müssen die Erben aber sowohl mit einer Kopie des Testaments, als auch anderweitig nachweisen, dass es gültig ist.

Bei der Vorlage einer Kopie muss dann allerdings zusätzlich mit anderen Mitteln bewiesen werden können, dass das Testament gültig ist. Das teilt die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg mit.

Fallbeispiel für eine anerkannte Testaments-Kopie

In dem Fall hatte der verstorbene Erblasser keine gesetzlichen Erben hinterlassen. Einzig infrage kam der Neffe der bereits gestorbenen Ehefrau des Erblassers. Der Neffe machte sich aber zunächst keine Hoffnung auf das Erbe, da er nur die Kopie des Testaments hatte. Zehn Jahre nach dem Erbfall stellte er dennoch einen Antrag auf Erteilung eines Erbscheins.
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Mit Erfolg: Das Oberlandesgericht erkannte die Kopie des Testaments an. Zum einen habe die Ehefrau des Neffen glaubhaft die Details der Testamentserrichtung schildern können. Zum anderen habe der Neffe den Antrag erst spät eingereicht. Bei einem beabsichtigten Erbbetrug hätte er nicht zehn Jahre gewartet, befanden die Richter.

Aktenzeichen: 2 Wx 60/11

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. August 2015 14:26 Uhr