Hartz IV: Rückkehr nach Deutschland wird nicht unterstützt

Hartz IV: Rückkehr nach Deutschland wird nicht unterstützt

Hartz IV-Empfänger, die aus dem Ausland zurück nach Deutschland ziehen, haben dafür keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung vom Jobcenter.

Umzugskosten

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Wer aus dem Ausland zurück nach Deutschland zieht, hat keinen Anspruch darauf, dass das Jobcenter dafür die Kosten trägt.

Ein Hartz-IV-Empfänger hat bei einem Umzug aus dem Ausland nach Deutschland keinen Anspruch darauf, dass das Jobcenter die Umzugskosten übernimmt. Auf eine entsprechende Entscheidung des Sozialgerichts Mainz weist der Deutsche Anwaltverein (DAV) hin.

Jobcenter zahlt Umzugskosten nicht

Der Fall: Eine Frau zog Ende 2011 auf die Insel Madeira, um dort eine Existenz aufzubauen. Aus persönlichen und wirtschaftlichen Gründen reiste sie Anfang 2012 wieder nach Deutschland ein. Sie beantragte Hartz IV, das ihr auch bewilligt wurde. Für die Überführung ihres auf Madeira verbliebenen Hab und Gutes, erwartete sie finanzielle Hilfe des Jobcenters. Das Jobcenter lehnte jedoch ab.

Vorschrift nicht auf Rückzüge aus dem Ausland anwendbar

Das Urteil: Nach Auffassung des Sozialgerichts ist die Vorschrift, die die Umzugskosten von Hartz IV-Empfängern betrifft, nicht auf Umzüge aus dem Ausland nach Deutschland anwendbar. Die Einwanderung in das deutsche Sozialsystem solle nicht bezuschusst werden. Zudem habe die Frau nicht nachgewiesen, dass die auf Madeira verbliebenen Gegenstände unentbehrlich seien. Ausweispapiere stünden ihr noch zur Verfügung, sonstige Unterlagen könnten ersetzt werden.

Aktenzeichen: S 10 AS 412/12 ER

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 27. Juli 2012 14:21 Uhr