Schulden bei Freunden eintreiben

Schulden bei Freunden eintreiben

Einem Freund hilft man bei Problemen gerne aus, auch bei finanziellen. Doch wie geht man vor, wenn der das geliehene Geld nicht zurückzahlt?

Schulden bei einem Freund

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Wird man von einem Freund immer wieder um Geld angepumpt, sollte man nachhaken.

Jemand ist genervt, weil er einem Freund Geld geliehen hat und dieser es aber nicht zurückgibt. Wie treibt er am besten die Schulden ein?

Wiederholte Bitte nach Geld thematisieren

Die Antwort: Das kommt auf die Summe an, sagt Frank Wiedenhaupt von der Schuldner- und Insolvenzberatung der Berliner Stadtmission. Bei kleinen Beträgen, etwa von einem Bier in einer Kneipe, sollte der Freund darüber hinwegsehen. Wenn es immer wieder mal vorkommt, könne er das ansprechen, indem er etwa sagt: «Jetzt ist mal Schluss. Dann musst du in der Kneipe eben heute trocken ausgehen.» Eine gute Freundschaft halte das aus, meint Wiedenhaupt.

Bei größeren Summen skeptisch sein

Geht es um größere Summen, sollte er nachhaken. Es könne sein, dass sich hinter dem hohen Geldbetrag eine Spielsucht oder Immobilienschulden verbergen. Auch bei mittelgroßen Summen ist Skepsis angebracht. «Ich kenne solche Fälle, in denen herauskam, dass das nicht die einzigen 50 Euro waren, die der Freund sich geliehen hat», berichtet Schuldnerberater Wiedenhaupt. Zunächst sollte der Freund seinen Bekannten mehrmals darauf ansprechen, rät Wiedenhaupt. Führt das nicht zum Erfolg, ist es ratsam, die Enttäuschung klar zu artikulieren, zum Beispiel indem er sagt: «Ich habe mich auf dich verlassen, dir vertraut.»

Bei Schulden rechtliche Schritte einleiten

Kommt auch daraufhin nichts zurück, sollte man sich überlegen, ob es sich überhaupt um einen richtigen Freund handelt. Darauf nicht zu reagieren, «das macht man eigentlich nicht», sagt Wiedenhaupt. Will der Freund das Geld unbedingt wieder haben, kann er letztlich auch rechtliche Schritte einleiten. Der Weg ist der gleiche, den auch andere Schuldner gehen müssen: mahnen - titulieren - vollstrecken. Allerdings müsse der Freund nachweisen können, wie viel Geld er verliehen hat, erklärt Wiedenhaupt.

Niemals viel Geld an Freunde verleihen

Kann der Freund nicht glaubhaft machen, dass er das Geld verliehen hat, hat er Pech gehabt. «Zumindest große Summen sollte man deswegen wirklich nicht verleihen», empfiehlt Wiedenhaupt. «Aus meiner Berufserfahrung kann das zur Zerstörung einer Freundschaft führen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. Oktober 2018 09:30 Uhr