Münzen als Geldanlage: Sinnvoll oder nicht?

Münzen als Geldanlage: Sinnvoll oder nicht?

Münzen eignen sich nur bedingt als Kapitalanlage. Die Höhe der Rendite lässt sich nicht vorhersagen, Wertsteigerungen sind selten. Dass es sich trotzdem lohnen kann, zeigen einige Einzelfälle.

  • Sammlerstücke mit Wert© dpa
    Die Sammlermünze «Kleiner Prinz» aus Frankreich hat sich seit ihrer Ausgabe im Jahr 2007 im Wert gesteigert. Die 1,5 Euro-Münze kostet heute rund 2500 Euro.
  • Münzen eignen sich selten als Anlage© dpa
    Bei Euro-Sonderprägungen sollten Sammler nicht auf spektakuläre Wertsteigerungen hoffen. Oft liegen die Preise nur wenig über dem Nennwert.
  • Hochzeitsmünze© dpa
    Hochzeitsmünze von Fürst Albert II. von Monaco und Charlene Wittstock: Münzen mit Motiven von Adelshochzeiten sind bei Sammlern sehr beliebt.
Aus zwei Euro können mit der Zeit eine Menge Geld werden. Das zeigt das Beispiel einer Zwei-Euro-Münze mit dem Konterfei von Monacos verstorbener Fürstin Gracia Patricia (1929-1982). Die Münze kam im Jahr 2007 heraus. Auflage: 20.000 Stück.

Wertsteigerung bei limitierten Auflagen möglich

«Inzwischen hat sie einen Wert von etwa 1300 Euro». Das sagt Harry Kolles vom Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels. In Frankreich kam im selben Jahr eine 1,5 Euro-Münz-Trilogie auf den Markt. «Kleiner Prinz» kostet heute rund 2500 Euro. «Von dieser Trilogie gibt es nur noch wenige Exemplare in Europa, der Rest wurde komplett nach Japan verkauft», erklärt der Münzfachmann aus Saarbrücken. Und dann gibt es noch das 50-Pfennig-Stück «Bank Deutsche Länder», mit dem Münzzeichen G, aus dem Jahr 1950. Die Auflage lag einst bei 30.000 Exemplaren, inzwischen ist jedes Stück rund 200 Euro wert.

Wertentwicklung bei Münzen nicht vorhersagbar

Münzen können also im Wert deutlich steigen. Nur: «Eine seriöse Vorhersage, wie sich die Preise entwickeln werden, ist nicht möglich», sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. Ob es eine Wertsteigerung gibt, hängt unter anderem davon ab, wie hoch der Preis für das verwendete Edelmetall auf dem Weltmarkt ist. Der Wert einer Münze kann sich aber auch danach richten, ob sie dem Sammler gefällt und er bereit ist, dafür Geld auszugeben. «Münzen mit Motiven von Königen, Fürsten, Kaisern oder Adelshochzeiten sind im Allgemeinen sehr beliebt», sagt Kolles. Dagegen haben sich nach seiner Beobachtung Sportmünzen, zum Beispiel Olympia-Münzen, in der Regel als «Rohrkrepierer» erwiesen.

Unterscheidung zwischen Anlage- und Sammlermünzen

«Grundsätzlich wird zwischen Anlage- und Sammlermünzen unterschieden», erklärt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bei Anlagemünzen wie dem südafrikanischen Krügerrand oder dem kanadischen Maple Leaf steht der Edelmetallwert im Vordergrund: Die Rendite hängt also von der Entwicklung des Edelmetall-Kurses und des Verhältnisses zwischen Euro und US-Dollar ab. Bei Sammlermünzen zählen hingegen der Seltenheitswert sowie Faktoren wie der Zustand. So können etwa gut erhaltene Exemplare aus dem alten Rom zu Augustus' Zeiten viel wert sein. «Sie dürfen nicht schwarz und unansehnlich sein sowie keine sogenannten Knipsränder haben», erläutert der Münzfachmann. Nach seinen Angaben können antike Münzen dann einen Wert von bis zu 20.000 Euro haben.

Sammlermünzen: Angebot und Nachfrage bestimmen Preis

Auch bei Sammlermünzen gilt: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Kolles kennt Fälle, in denen eine Rarität einst für mehrere tausend Euro gehandelt wurde - bis der Wert sank, weil mit der Zeit zu viele Exemplare auf dem Markt waren. «Zu einer solchen Entwicklung kann es kommen, wenn etwa Nachlässe von Verstorbenen nach und nach in den Handel kommen», erklärt Kolles.

Münzen bei Händler oder Auktionshaus zu Geld machen

Kaufen und wieder zu Geld machen lassen sich Münzen beim Händler vor Ort oder in einem Auktionshaus. «Bei Angeboten im Internet sollte man aufpassen und genau nachprüfen, ob die Quelle seriös und gegebenenfalls das Stück auch echt ist», empfiehlt Beller. «Seriöse Fachhändler geben eine Garantie auf Echtheit».

Münzen als Kapitalanlage für Laien nicht geeignet

Für Laien sind Sammlermünzen als Kapitalanlage nicht geeignet, warnt Scherfling. Wer mit dem Sammeln anfängt, sollte möglichst in der Jetzt-Zeit beginnen und sich Schritt für Schritt zu älteren Stücken vorwagen. Der Verbraucherschützer rät, sowohl Anlage- als auch Sammlermünzen aus Sicherheitsgründen in einem versicherten Bankschließfach aufzubewahren. Dafür fallen aber Kosten an.

Kaum Wertsteigerung bei modernen Münzen zu erwarten

«Bei modernen Münzen wie die Zehn-Euro-Münzen zeigt die Erfahrung, dass Sammler besser nicht auf spektakuläre Wertsteigerungen hoffen sollten», sagt Beller. Nach ihren Angaben werden sämtliche Zehn-Euro-Münzen, abgesehen von den ohnehin teurer verkauften Sonderanfertigungen in «Polierter Platte» oder «Spiegelglanz», in der Regel zu Preisen gehandelt, die nur wenig über den Nennwert hinausgehen. Nach Einschätzung von Beller dürfte dies bei der im Februar 2016 herausgegebenen silbernen 20-Euro-Gedenkmünze nicht anders sein. Das Motiv dieser Münze: Rotkäppchen und der böse Wolf.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 25. Mai 2016 11:26 Uhr