Riesterrente: Vertrag kündigen oder ruhen lassen?

Riesterrente: Vertrag kündigen oder ruhen lassen?

Ist die Rendite schwach oder ändert sich das Einkommen des Sparers, wollen viele den Vertrag einer Riesterrente kündigen. Ein Ausstieg ist aber nicht immer ratsam.

Riester-Rente

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Bei Riester-Rentenversicherungen, die bis 2003 abgeschlossen wurden, wurden über drei Prozent Garantiezinsen zugesagt - das muss nicht schlechter sein als aktuelle Angebote.

Auch wenn die Rendite schwach und die Rentenversicherung teuer ist: Trotz vielfach berechtigter Kritik sollte der Vertrag einer Riester-Rente nicht voreilig gekündigt werden, empfiehlt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. «Bei Rentenversicherungen, die bis 2003 abgeschlossen wurden, wurden noch über drei Prozent Garantiezinsen zugesagt, was aktuell attraktiv sein kann.»

Fondpolicen sind nicht empfehlenswert

Weniger empfehlenswert sind aus Sicht des Verbraucherschützers Riester-Rentenversicherungen, die die Beiträge der Kunden in Fonds investieren. «Von Fondspolicen rate ich generell ab, selbst wenn die Abschlusskosten bereits bezahlt sind, weil selbst dann ein simpler Fondssparplan günstiger ist.»

Kündigung erst nach dem Abschluss eines neuen Vertrages

Wer zu einem günstigeren Anbieter wechseln will, sollte sich vor einer Kündigung zunächst nach einem neuen Riester-Anbieter umsehen. Der Grund: Kündigt man einen Vertrag, ohne einen neuen abzuschließen, kann der Anspruch auf die Förderung verloren gehen. «Wenn der neue Vertrag unterschrieben ist, kann das Guthaben aber problemlos vom alten zum neuen Anbieter übertragen werden», sagt Nauhauser. Die staatliche Förderung bleibe in diesem Fall erhalten.

Riester-Rente lohnt sich trotz Nachteilen

Ein Verzicht auf die staatliche Förderung sei nur in bestimmten Fällen sinnvoll. «Natürlich gibt es außerhalb der Riester-Rente günstigere Produkte», sagt Nauhauser. «Das Problem ist aber, dass kein Vermittler sie verkauft, weil er dabei keine Provision bekommt.» Wer auf einen Produktvermittler angewiesen ist, fahre mit der Riester-Rente besser, weil die Kosten durch die staatliche Förderung zumindest teilweise kompensiert werden.

Riester-Vertrag ruhen lassen wenn das Geld knapp ist

Ändert sich die Lebens- oder Verdienstsituation, fällt es manchem Sparer schwer, das nötige Geld für seinen Riester-Sparplan aufzubringen. Wer die Monatsbeträge nicht mehr zahlen möchte, kann den Vertrag vorerst ruhen lassen. Darauf weist die Aktion «Finanzwissen für alle» der Fondsgesellschaften hin. Kunden müssen dafür den Anbieter- ihre Bank, Versicherung oder Fondsgesellschaft- schriftlich darüber informieren, dass sie keine Beiträge mehr zahlen wollen.

Staatliche Förderung endet nach einem Jahr

Wichtig zu wissen: Wenn der Vertrag ein ganzes Beitragsjahr lang ruht, gewährt der Staat keine Förderung und keinen Steuervorteil. Die Zahlungen sollten also erst bei dauerhaften finanziellen Engpässen ausgesetzt werden. Während der Elternzeit zum Beispiel ist das in der Regel nicht notwendig, da hier der Mindesteigenbeitrag von fünf Euro im Monat (60 Euro pro Jahr) ausreicht, um die Förderung zu erhalten. Das Elterngeld wird nicht bei der Bemessung des selbst zu leistenden Sparanteils eingerechnet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 13. Februar 2013 11:47 Uhr

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