Spartipps für Senioren: Werden Sie zum Geizhals!

Spartipps für Senioren: Werden Sie zum Geizhals!

Rabatte, Ermäßigungen, Gebührenbefreiungen: Wo und wie Senioren im Alltag sparen können.

Am besten nie ohne Rentenausweis aus dem Haus

© dpa

Am besten nie ohne Rentenausweis aus dem Haus: Denn mit diesem Nachweis können Senioren an vielen Stellen Geld sparen.

Senioren sind Sparfüchse. Das glaubt zumindest Holger Scheinpflug. Er ist Geschäftsführer der Agentur Agent4com in Werder bei Potsdam, die das Internetportal Planet Senior für die Zielgruppe 50plus betreibt. «Senioren schauen aufs Geld und suchen nach Rabatten», sagt er über die Nutzer der Plattform. Das tun sie selbst dann, wenn sie es aus finanziellen Gründen eigentlich nicht müssten. «Viele gehen die Schnäppchenjagd wie einen Sport an.»

Männliche Senioren haben am meisten Geld

Viele Menschen jenseits der 55 Jahre haben tatsächlich das nötige Kleingeld: Laut Statistischem Bundesamt hatten alleinlebende Männer 2008 monatlich ein verfügbares Einkommen von 2300 Euro, Frauen konnten im Schnitt 1600 Euro und Paare zwischen 55 und 64 Jahren 3708 Euro ausgeben. Andere wiederum müssen auf jeden Cent schauen. 410.000 Menschen waren auf die Grundsicherung im Alter angewiesen. «Daher ist es wichtig, sie auf vergünstigte Angebote aufmerksam zu machen», sagt Dorota Trippen, Sprecherin der Initiative Vital in Deutschland (VID) in Köln.

Nur wenige bundesweit einheitliche Senioren-Rabatte

Ermäßigungen für Ältere gibt es viele. Altersabhängige Rabatte, die verschiedene Einrichtungen gewähren, kommen Senioren teils unabhängig vom Einkommen, teils in Abhängigkeit von ihren Bezügen zugute. «Die Rabatte werden insgesamt sehr uneinheitlich gewährt», sagt Scheinpflug.
«Es gibt zudem nur wenige bundesweit einheitliche Angebote wie die Senioren-BahnCard. Oft ist es von den Kommunen, Städten und Gemeinden oder sogar von einzelnen Einrichtungen abhängig, wann, wo und wie viel Rabatt die älteren Bürger bekommen», sagt Ulrike Lenz, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso) in Bonn.

Einen Überblick können sich Ältere auch im Internet verschaffen. Einige Datenbanken befinden sich dort derzeit im Aufbau- neben Planet Senior auch bei Vital in Deutschland oder der Bagso. Dort können Senioren Sonderpreise eintragen und gezielt danach suchen.

Die wichtigsten Spartipps für Senioren:

Rundfunk und Fernsehen: Ältere Menschen haben bundesweit die Möglichkeit, sich von den Rundfunkgebühren befreien zu lassen. Dieser Seniorenrabatt ist allerdings einkommensabhängig und kommt nur für die Menschen infrage, die auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Das müssen sie der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) gegenüber nachweisen.
Verkehr: «Im Alter mobil zu bleiben, ist wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe», erklärt Lenz. Daher sind Vergünstigungen im Nah- und Fernverkehr für ältere Menschen, die vielleicht kein eigenes Fahrzeug mehr besitzen, entscheidend. Reisende, die älter als 60 Jahre sind, erhalten beispielsweise die Bahncard 50 zum reduzierten Preis. Auch viele Anbieter im öffentlichen Nahverkehr gewähren Senioren Rabatt.
Kultur: Viele Museen, Theater- oder Opernhäuser bieten Senioren ebenfalls Rabatte. Wer wofür wie viel Ermäßigung gibt, lässt sich an der Kasse erfragen. «Museen bieten Ermäßigungen zum Beispiel an Wochentagen zu eher besucherarmen Zeiten an», sagt Holger Scheinpflug.
Bücher: Bibliotheken wie die in Jena gewähren Älteren Sonderkonditionen auf den Leseausweis. Manchmal ist das jedoch ans Einkommen gekoppelt. Auch in den Öffentlichen Bücherhallen der Stadt Hamburg bekommen ältere Menschen den Rabatt nur unter der Voraussetzung, dass sie auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Sie zahlen dann einen Jahresbeitrag von 20 statt 45 Euro.
Sport und Freizeit: Sportvereine und Schwimmbäder räumen Senioren ebenfalls Preisnachlässe ein. Es lohnt eine Nachfrage vor Ort. Teilweise gewähren sogar Fußballvereine vergünstigte Konditionen für die älteren Fans.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 10. August 2012 20:30 Uhr