Frauentag international: Blumen statt Gleichberechtigung

Frauentag international: Blumen statt Gleichberechtigung

Weil sie Gleichberechtigung forderten, etablierten Frauen vor über 100 Jahren den Frauentag. Was sie stattdessen am 8. März überall auf der Welt bekommen.

Rote Nelken zum Frauentag

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Rote Nelken zum Frauentag - Vor allem im Osten Deutschlands wird der Tag noch mit diesen Blumen verbunden.

Seit 1921 wird jedes Jahr am 8. März der Internationale Frauentag begangen. Seitdem gehen Frauen an diesem Tag für ihre Rechte auf die Straße. In Afghanistan, Georgien, auf Kuba und in weiteren Staaten ist er sogar ein offizieller Feiertag. Warum gibt es den Frauentag und wie wird der Frauentag in anderen Ländern gefeiert?

Geschichte des Internationalen Frauentags

Im August 1910 initiierte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf dem zweiten Kongress der sozialistischen Internationale in Kopenhagen den Internationalen Frauentag. Zum ersten Mal forderten am 19. März 1911 mehr als eine Million Menschen in Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark und der Schweiz, dass Frauen Ämter bekleiden und wählen dürfen. Außer in Finnland waren zu diesem Zeitpunkt nirgends in Europa Frauen zur Wahl zugelassen.
Frauentag
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Veranstaltungen am Frauentag

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Frauentag in Deutschland

Vor allem in den neuen Bundesländern wird der Frauentag mit roten Nelken verbunden. Zu DDR-Zeiten war der Frauentag eine sozialistische Veranstaltung. Im Mittelpunkt standen weniger politische Forderungen als das gemeinsame Feiern. Ein oft männliches Mitglied der Betriebsführung zeichnete verdiente Kolleginnen aus. Die Feministinnen der Bundesrepublik hingegen sahen den Frauentag der Ostblockstaaten kritisch: «In den 1970er Jahren kannten wir keinen 8. März», schrieb «Emma»-Herausgeberin Alice Schwarzer 2010 über den ihrer Meinung nach «sozialistischen Muttertag». Frauen hätten sich in der DDR mit Kuchen, Nelken und «billigem Parfüm» abspeisen lassen. In die Chefetagen seien nur Männer aufgestiegen.

Frauentag in Polen

Der «sozialistische Feiertag» mit roten Nelken hat schon in den 1980er Jahren an Popularität verloren- Blumen wurden mehr und mehr am Valentinstag verschenkt. Heute erhalten Frauen und Schulmädchen in Polen am Frauentag nur von den eher galanten und etwas altmodischen Männern und Klassenkameraden noch kleine Präsente und Blumensträuße.

Frauentag in Italien

In Italien werden am Frauentag meist gelbe Mimosen an Frauen verschenkt. Die Blumenwahl geht zurück auf drei Widerstandskämpferinnen während der Herrschaft der Faschisten, die diese als ihr Symbol wählten. Seitdem gilt in Italien die gelbe Mimose als Zeichen für die Befreiung der Frauen von männlicher Unterdrückung.

Frauentag in Russland

In Russland ist der Weltfrauentag seit 1913 einer der wichtigsten Termine. Seit der Oktoberrevolution 1917 ist er offizieller Feiertag. In der Sowjetunion hatte er sozialistischen Charakter. Im heutigen Russland werden in einer Mischung aus Valentins- und Muttertag nicht nur Ehefrauen und Mütter, sondern auch Arbeitskolleginnen mit Pralinen, Parfüm und Schmuck bedacht.

Frauentag in Äthiopien

Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern kämpfen die Frauen seit langem um Gleichberechtigung. Viele Organisationen rufen am Frauentag zu Initiativen und Aktionen auf, um die vielfältigen Probleme wie weibliche Genitalbeschneidung, Kinderhochzeit, HIV/Aids, Gewalt gegen Frauen und Müttersterblichkeit wegen mangelnder Gesundheitsversorgung ins Zentrum der Weltöffentlichkeit zu rücken.

Frauentag in Indien

Bis vor ein paar Jahren spielte der Weltfrauentag in Indien keine besonders große Rolle. Das hat sich nach den bekannt gewordenen brutalen und tödlichen Vergewaltigungen in den letzten Jahren geändert. Zahlreiche Frauengruppen veranstalten seitdem große Protestmärsche und Versammlungen. Viele Inderinnen fordern, es müsse Schluss sein mit der Gewalt gegen Frauen und die patriarchalische Gesellschaft müsse sich ändern.

Frauentag in China

Wie in Madagaskar und Nepal ist in China der 8. März ein Feiertag allein für Frauen. In chinesischen Staatsbetrieben bekommen sie häufig den halben Tag frei, manchmal verteilen die Unternehmen auch kleine Aufmerksamkeiten. In privaten Firmen und in Großstädten werden diese beiden Traditionen allerdings nur noch selten gepflegt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. März 2021