Zeugnisse: Bei schlechten Noten Ruhe bewahren

Zeugnisse: Bei schlechten Noten Ruhe bewahren

Bringt das Kind ein schlechtes Zeugnis nach Hause, sollten Eltern erst einmal durchatmen - und dann in Ruhe überlegen, was die Konsequenzen sein sollen.

Schlechtes Zeugnis

© dpa

Kommt das Kind mit schlechten Noten nach Hause, heißt es für Eltern: Ruhig bleiben.

Kommen Kinder unerwartet mit schlechten Noten nach Hause, lassen viele Eltern sich zu einem Donnerwetter hinreißen. «Doch die Wut rauszubrüllen und zu schimpfen, fördert nur Widerstand beim Kind», sagt Diplom-Psychologe Ulrich Gerth. Er empfiehlt, das Problem erst einmal zu vertagen - und am Tag nach der Zeugnisvergabe mit kühlem Kopf auf das schlechte Zeugnis zu schauen.

Nicht mit überzogenen Strafen drohen

«Eltern sollten sich in Ruhe überlegen, was machen wir denn jetzt», rät Gerth, der auch Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung ist. Denn bei spontanen Standpauken würden häufig Strafen angedroht, die völlig überzogen sind. Herausgebrüllte Konsequenzen à la «Bis zu den Sommerferien ist der Computer weg» bringen jedoch nichts. Eltern überlegen sich besser erst einmal: Lässt sich die Strafe durchhalten? Steht sie in einem Zusammenhang mit den schlechten Noten?

Regeln konsequent durchhalten

Eine klare Regel für Kinder sei zum Beispiel: «Medienkonsum erst nach den Hausaufgaben», sagt Gerth. Gut sei auch, sich die Hausaufgaben zeigen zu lassen. Doch was immer die Konsequenz für die Kinder ist: Wichtig ist, sie auf Dauer durchzuhalten - und nicht schon nach drei Wochen in den alten Trott zu fallen.

Vergleichen führt zu Streit

Haben Eltern zwei Kinder in der Schule, sei es wichtig, sie nicht zu sehr miteinander zu vergleichen. Denn das führt nur zu Streit. Sätze wie: «Nimm Dir mal ein Vorbild an Deiner Schwester» sollten Eltern aus ihrem Schimpf-Repertoire besser streichen.

Sorgentelefon bieten Eltern und Schülern Hilfe an

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung hat am Zeugnistag (Mittwoch, 19. Juni 2019) von 10 bis 13 Uhr ein Sorgentelefon geschaltet. Für jede Schulart gibt es einen Ansprechpartner, der in der genannten Zeit angerufen werden kann.
Grundschulen: (030) 90227-5837
Sonderpädagogik: (030) 90227-1009
Integrierte Sekundarschulen: (030) 90227-5865
Gemeinschaftsschulen: (030) 90227-5865
Gymnasien: (030) 90227-6356
Berufliche Schulen: (030) 90227-5499

Auch der Nummer gegen Kummer e.V. hat ein kostenloses Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche sowie Eltern eingerichtet.
Kinder- und Jugendtelefon: 116111
Elterntelefon: (0800) 1110550

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: 17. Juni 2019