Fahrradcomputer: Was moderne Geräte alles können

Fahrradcomputer: Was moderne Geräte alles können

Die Funktionspalette moderner Fahrradcomputer ist riesig. Vom Navigationssystem bis zu Radar ist alles dabei. Die Wahl des passenden Geräts hängt vom eigenen Anspruch ab - und vom Budget.

  • Intelligente Radbrillen© dpa
    Modelle wie die Recon Jet arbeiten mit integrierter Rechner-Hardware.
  • Integrierter Leistungsmesser© dpa
    Messsysteme etwa in der Nabe können die Wattleistung des Radlers messen.
  • Radar-Blinker© dpa
    Das Radarsystem Varia von Garmin erkennt nicht nur sich von hinten nähernde Fahrzeuge und informiert den Biker. Zum Schutz desselben werden dann auch die Leuchten am Sensor heller.
  • Gefahr von hinten© dpa
    Der Rad-Computer von Garmin erkennt via Radar sich nähernde Fahrzeuge auf 140 Meter und warnt den Fahrer im Display.
  • Integrierte Hardware© dpa
    Die intelligente Brille Recon Jet hat einen kleinen eingebauten Rechner.
  • Trainingshilfe© dpa
    Leistungskontrolle zur Trainingsplanung: Hier ist ein Messsystem in der Kurbel eingebaut, über das der Radler Infos über seine Wattleistung bekommt.
  • GPS von Lezyne© dpa
    Wo bin ich: Fahrradcomputer mit GPS wie etwa von Lezyne sind heute keine Besonderheit mehr.
Es gibt sie natürlich noch, die klassischen Rad-Computer. Die Geräte, die auf den Lenker montiert über ein kleines Display anzeigen, wie viele Kilometer ein Radler auf seiner Tour gefahren ist. Und die noch die Geschwindigkeit angeben.

Einfache Fahrradcomputer ab 20 Euro

Manchem Radfahrer reicht das. Auf dem Markt gibt es eine Menge Computer, die das für einen Preis ab 20 Euro gut meistern, sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). «Man muss sich klarwerden: Was will ich?», sagt Christian Brunker von der Fachzeitschrift «RoadBIKE». Die Auswahl ist groß. Nur den Weg von A nach B anzeigen: Da hört die Funktionalität von Fahrrad-Navigationssystemen lange nicht auf.

Rad-Computer mit Navigationssystem

Mitunter können Radler bestimmte Parameter eingeben, etwa eine bestimmte Streckenlänge oder eine gewisse Anzahl Höhenmeter. Daraus errechnen manche der Systeme dann Routen-Vorschläge, sagt Brunker. Die Kartengrundlagen seien aber oftmals für Autos ausgelegt. Da kann es passieren, dass Radler plötzlich auf mehrspurigen Bundesstraßen landen. Oder unbefahrbaren Schotterpisten. «Ganz sicher kann man da nie sein.»

Leistungsmessung und Trainingshilfe

Fehlau sieht die Potenziale der Computer vor allem in einer präzisen Leistungsmessung bis hin zur Planung und Durchführung von Trainings. Über Messsysteme, die je nach Hersteller zum Beispiel an Kurbel oder Nabe angebracht sind, wird die Watt-Zahl des Radlers immer exakt ermittelt. Auch Pulsgurte lassen sich verbinden. Dadurch sei ein effektives Training möglich. Überbelastungen zum Beispiel könnten vermieden werden.

Fahrradcomputer für bis zu 3000 Euro

Interessant sei das für alle, die vom Arzt aus sportlich aktiv sein sollen, aber gewisse körperliche Grenzen nicht überschreiten dürfen. So ein Computer, der aus Daten wie der Watt-Zahl und dem Puls präzise Trainingssteuerung ermöglicht, kostet je nach Umfang zwischen 200 und 700 Euro. Wattmesssysteme, die die Watt-Zahl an den Computer liefern, lägen bei 700 bis 3000 Euro.

Fahrradcomputer mit Radar

Rad-Computer können aber noch mehr. Hersteller Garmin verkauft einen Radar, der nahende Fahrzeuge unter rund 140 Meter erkennt. Der wird an der Sattelstange angebracht. Die Leuchten am Sensor werden heller, um den Radler sichtbarer zu machen, wie der Hersteller angibt. Wer einen kompatiblen Computer der Marke am Lenker hat, bekommt dort angezeigt, wie viele Fahrzeuge sich nähern und wie nah sie sind.

Nachteile von Radcomputern mit Touchscreen

Wer unterwegs viel auf dem Display sehen und steuern will, braucht eine große, aufgeräumte Anzeige. Manche haben Knöpfe, andere sind per Touchscreen steuerbar. Touchscreen sei von der Bedienung klar einfacher, als das Navigieren mit Knöpfen, sagt Brunker. Die Finger könnten jedoch zu Schlieren auf dem Display führen. Und mit Handschuhen gibt es unter Umständen keinen Kontakt.

Großes Display erhöht Akkuverbrauch

Mehr Anzeigefläche erhöht den Akku-Verbrauch, sagt Fehlau. «Für Tourenfahrer, die eher eine lange Laufzeit brauchen, ist das nicht zu empfehlen.» Das Gegenteil: Rad-Computer mit kleinen Displays, die per GPS eigentlich nur aufzeichnen: Welche Strecke ist man gefahren, was gab es für Steigungen, wie schnell war man? «Diese Daten zieht man sich per USB-Kabel auf den Computer und wertet darauf seine Tour aus.» Exemplare von Hersteller Lezyne können bis zu 100 Stunden Datenmaterial speichern. Die Akku-Laufzeit beträgt zehn Stunden.

Brillen-Display rückt Daten ins Blickfeld des Fahrers

Unterwegs immer auf den Rad-Computer am Lenker schauen, kann anstrengen - und auch gefährlich sein. Etwas Abhilfe schaffen Halterungen, die die kleinen Geräte etwas nach vorne und damit mehr ins Blickfeld des Fahrers rücken. Garmin hat eine andere Lösung: Ein Brillen-Display, das an den Bügel der Sportbrille fixiert wird. Somit werden etwa Leistungsdaten im Brillenglas gezeigt. Hersteller Recon bietet eine Smart-Brille mit integrierter Rechner-Hardware an.
Arbeiten am Laptop
© Drobot Dean - stock.adobe.com

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 23. August 2016