Kinderfahrrad kaufen: Worauf Eltern achten sollten

Kinderfahrrad kaufen: Worauf Eltern achten sollten

Beim der Auswahl eines Kinderfahrrads kommt es vor allem auf die Größe an. Auf Stützräder sollte man aus gutem Grund verzichten. Und sonst? Ein kleiner Leitfaden für den Fahrradkauf.

Ein passendes Rad zu Ostern

© dpa

Die Größe des Fahrrades muss zur Größe des Kindes passen. Die Devise «Da wächst du schon rein!» ist hier fehl am Platz.

Das erste Fahrrad für den Nachwuchs stellt die Eltern oft vor viele Fragen. Grundsätzlich gilt: Bei der Auswahl eines Kinderfahrrads kommt es vor allem auf die Größe und den Einsatzzweck an.

Kind zum Fahrradkauf mitnehmen

Auch wenn es die Überraschung verdirbt: Im Idealfall kommt das Kind zum Fahrradkauf mit. «So findet man heraus, ob der Nachwuchs mit dem Rad umgehen kann und das Rad zum Kind passt», erklärt Heiko Truppel vom Pressedienst Fahrrad.

Kinderfahrrad: Die richtige Größe finden

Damit das Kind sicher auf dem Fahrrad sitzt, sollte es mit dem Fußballen gut auf dem Boden stehen können. Die Sitzposition sollte aufrecht sein, der Rücken gerade, erklärt Truppel. Der Lenker muss problemlos einzuschlagen sein.

Fahrrad muss zur Körpergröße des Kindes passen

Wenn das Kind nur mit ausgestreckten Armen zu den Griffen kommt oder sich extra vorbeugen muss, ist das Fahrrad noch zu groß. «Das geht nicht», betont der Experte. Ist das Kind zu klein für sein Velo, bekommt es Probleme mit der Handhabung. Dann fällt das Fahren schwerer, und es drohen Stürze - Spaß am Radfahren kommt so nicht auf.

Wann die Zeit für den Wechsel gekommen ist

Umgekehrt lässt sich recht leicht feststellen, wenn das Kind seinem bisherigen Rad entwachsen ist. Eine einfache Regel sagt: Je mehr sich die Sattelhöhe der Lenkerhöhe annähert, desto näher rückt der Wechsel. Die Sattelstange sollte man auch nicht bis zum letzten Millimeter herausziehen. In der Regel haben Hersteller die maximale Ausziehlänge an der Stange markiert. «Jedes Stückchen mehr ist absolut tabu», warnt der Experte.

Kinderfahrräder müssen Sicherheitskriterien erfüllen

Hersteller verkaufen spezielle Kinderfahrräder, die mehr Sicherheit bieten sollen. Eine Orientierung gibt laut Truppel die Industrienorm EN ISO 8098. Diese schreibt unter anderem vor, dass das Fahrrad keine scharfen Ecken und Kanten haben darf. Außerdem ist bei den genormten Fahrrädern ein rundum geschlossener Kettenschutz vorgeschrieben. Der soll verhindern, dass sich die Hose in der Kette verhakt und das Kind dadurch stürzt. Generell ist wichtig, dass ein Fahrrad auf kindliche Proportionen hin konstruiert ist. Dazu zählen auch Details wie verkleinerte Bremshebel für die kleineren Kinderhände.

Beleuchtung am Kinderfahrrad ist nicht immer Pflicht

Was die Norm nicht vorschreibt, ist die Beleuchtung. Diese ist auch nicht zwingend nötig, wenn das Kind nur auf dem Gehweg oder eigenem Grundstück fährt - oder mit einem Mountainbike vor allem im Wald und Gelände unterwegs ist. Sobald es aber im Dunkeln fährt, etwa früh auf dem Weg in die Schule, sollte Beleuchtung am Rad sein.

Kinder ab zehn Jahren brauchen Licht am Fahrrad

Das gilt auch, sobald das Kind zehn Jahre alt ist. Dann darf es nicht mehr auf dem Gehweg fahren, sondern muss die Straße nutzen, erläutert Truppel. In diesem Fall schreibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) genau vor, wo und wie viele Leuchten am Fahrrad angebracht sein müssen. Bei Fragen kann dazu der Fachhändler weiterhelfen.

Stützräder können die Sturzgefahr erhöhen

Stützräder wiederum sollen Kindern das Radfahren erleichtern. Doch das Gegenteil sei der Fall, sagt Truppel, der von den Balancehilfen abrät. Das Kind gewöhnt sich mit den Stützen falsches Fahrverhalten an und muss später umlernen, begründet er. Die Stützräder reduzieren zudem nur auf ebener Strecke das Sturzrisiko, führt Truppel aus. «An Bordsteinkanten erhöht sich die Sturzgefahr eher.» Statt Stützrädern rät er für die ersten Versuche eher zu Laufrädern. «Die fordern schon die Balance heraus und bereiten gut aufs Radfahren vor.»
Arbeiten am Laptop
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Radfahren in Berlin
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Quelle: dpa/Berlin.de

| Aktualisierung: 29. März 2016