Stromverbrauch in Berlin geht zurück

Stromverbrauch in Berlin geht zurück

Die Hauptstadt hat im vergangenen Jahr weniger Strom verbraucht - und das, obwohl viele Menschen in der Corona-Krise viel mehr Zeit zu Hause verbringen.

Stromzähler

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Stromzähler

Knapp 12 800 Gigawattstunden (GWh) wurden in Berlin im Jahr 2020 verbraucht, wie der Netzbetreiber Stromnetz Berlin am 04. März 2021 mitteilte. Das waren demnach rund 4,1 Prozent weniger als noch im Jahr davor. «Vor allem im Mittelspannungsnetz, im 10 000-Volt-Netz, ist der Verbrauch runtergegangen», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Thomas Schäfer, bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Berlin.
Dieses Netz werde von Unternehmen sowie von größeren Einrichtungen wie Kulturbetrieben, Hotels oder Clubs genutzt, die aufgrund der Einschränkungen deutlich weniger Strom benötigt hätten. Um zwölf Prozent sei der Verbrauch hier gesunken. In den Niederspannungsnetzen, an denen die Haushalte hängen, sei der Verbrauch minimal um 0,3 Prozent gestiegen, weil viele Menschen von zu Hause aus arbeiteten. Das habe den Rückgang im Gewerbe aber nicht ausgleichen können, betonte Schäfer. «Diese Entwicklungen sind eindeutig der Pandemie zuzuordnen.»
Ungeachtet der Krise will Stromnetz Berlin in den kommenden Jahren deutlich mehr ins Netz investieren als zuletzt - und rechnet deshalb mit weiter steigenden Netzentgelten für die Verbraucher. «Wir planen für dieses Jahr mit Investitionen von 234 Millionen Euro», sagte Schäfer. Im vergangenen Jahr waren es demnach 197 Millionen Euro. Rund die Hälfte der Summe für dieses Jahr soll in den Erhalt sowie die Modernisierung des bestehenden Stromnetzes fließen. Weitere rund 80 Millionen Euro sind laut Schäfer für neue Infrastrukturen in der Stadt vorgesehen, etwa den Aufbau von Datenzentren oder Ladepunkten für Elektroautos. Bis 2025 plant das Unternehmen mit Investitionen von bis zu 257 Millionen Euro.
Er rechne deshalb mit weiteren Steigerungen der Netzentgelte auf dem Niveau der Vorjahre, sagte Schäfer. Zum laufenden Jahr hatte Stromnetz Berlin die Netzentgelte auf 6,47 Cent pro Kilowattstunde erhöht, zuvor waren es 5,85 Cent. Die Entgelte machen ungefähr ein Viertel des gesamten Strompreises für Verbraucher aus. Ein weiteres Viertel zahlen die Kunden für den Strom selbst, der Rest sind Steuern, Abgaben und Umlagen. Stromnetz Berlin gehört zum Stromkonzern Vattenfall. Das schwedische Staatsunternehmen hatte vergangenes Jahr angekündigt, das gesamte Netz sowie den Betrieb an das Land Berlin verkaufen zu wollen. Dem war ein jahrelanger und weiterhin offener Rechtsstreit vorausgegangen.
Nach wie vor verhandeln Senat und Vattenfall über die Konditionen der Übernahme. «Wir haben die grundsätzliche Aussage bekommen, dass das, was wir in der Planung haben vom Land Berlin so fortgesetzt wird», sagte Schäfer. Es sei aber denkbar, dass der neue Eigentümer mit zusätzlichen Vorstellungen und Justierungen komme, die den Investmentplan beeinflussen könnten.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 4. März 2021