Fridays for Future fordert klimaneutrales Berlin bis 2030

Fridays for Future fordert klimaneutrales Berlin bis 2030

Die Berliner Gruppe von Fridays for Future (FFF) fordert eine komplette Umstellung der Energieversorgung der Hauptstadt auf erneuerbare Ressourcen bis 2030. Es müsse alles darangesetzt werden, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, sagte Hannah Pirot von FFF Berlin am Freitag laut einer Mitteilung. Damit ist gemeint, die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf 1,5 Grad zu beschränken.

Die Klimaaktivistin Howey Ou von Fridays for Future Berlin

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Die Klimaaktivistin Howey Ou von Fridays for Future Berlin mit einem Schild mit der Aufschrift «System Change not Climate Change» (Systemwandel statt Klimawandel) vor dem Naturkundemuseum.

Die Aktivisten veröffentlichten eine Reihe von Forderungen, zu denen etwa auch ein «umlagefinanzierter ÖPNV» gehört: Busse und Bahnen sollen ticketlos sein und etwa über Abgaben bei Hotelübernachtungen umlagefinanziert werden. Bis 2030 soll Berlin zudem zur autofreien Zone werden. Das beziehe sich auf den privaten Autoverkehr; Fahrzeuge von öffentlichen Diensten und Lieferverkehr in geringerem Umfang seien davon ausgenommen.
Die Forderungen von FFF gehen deutlich über klimapolitische Programme der Berliner Parteien hinaus. Die Grünen etwa wollen laut ihrem Entwurf für das Wahlprogramm bis 2030 alle Kohlekraftwerke abschalten und bis 2035 «komplett auf klimafreundliche Energieversorgung» umstellen. Bis spätestens 2030 wollen sie die Innenstadt zu einer Null-Emmissions-Zone umgestalten, in die kaum noch Autos mit Verbrennermotoren einfahren sollen. Die SPD will den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen bis 2030 um 65 Prozent reduzieren und Berlin bis spätestens 2050 zu einer klimaneutralen Stadt machen.
«Fridays for Future machen Druck für radikalen Klimaschutz», erklärte Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch zu den Forderungen der jungen Klimaaktivisten. «Das ist selbst für uns Grüne nicht immer einfach, aber es sorgt für Rückenwind beim Klimaschutz, und das ist das Wichtigste. Auch dank Fridays for Future kann Klimaschutz zum ersten Mal das wahlentscheidende Thema werden.» Für die Grünen habe «radikal vernünftiger Klimaschutz» oberste Priorität. «Das heißt: Wir müssen Zielkonflikte lösen und konkrete, umsetzbare Maßnahmen durchsetzen.»
Panorama Berlin
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 5. Februar 2021