Zu trocken für Berlins Wälder: Baumgesundheit auf Tiefstand

Zu trocken für Berlins Wälder: Baumgesundheit auf Tiefstand

Die Trockenheit setzt Berlins Wäldern weiter massiv zu. Ihr schon im Vorjahr als kritisch beschriebener Zustand hat sich noch einmal leicht verschlechtert. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2020 hervor, den Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) und die Berliner Forsten am Montag (7. Dezember 2020) in einer Videoschalte vorstellten.

Bäume im Grunewald

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Blauer Himmel ist zwischen den Bäumen im Grunewald zu sehen.

Die Autoren des Berichts schreiben von «einem sehr schlechten Niveau» des Waldzustands und von Trockenstress-Belastung. Der Anteil gesunder Bäume - also ohne sichtbare Kronenschäden - sank demnach auf sieben Prozent (2019: acht Prozent) und ist damit so gering wie noch nie seit Erfassungsbeginn 1991. Auch bei den abgestorbenen Bäumen ist mit 2,7 Prozent ein neuer Höchststand erreicht (Vorjahr: 1,7 Prozent). Deutliche Schäden weist wie im Vorjahr rund jeder dritte Baum auf (36 Prozent).
Insbesondere der Abwärtstrend bei der Kiefer, der häufigsten Baumart in Berlins Wäldern, gehe beschleunigt weiter, sagte Günther. Nur noch fünf Prozent der Kiefern sind laut Bericht ohne Schäden. Die zweithäufigste Baumart, die Eiche, habe sich etwas erholt - allerdings seien immer noch 43 Prozent deutlich geschädigt. Das dritte Trockenjahr in Folge spiegle sich im Waldzustand wieder, sagte die Grünen-Politikerin. «Der Berliner Wald leidet sicht- und messbar unter der Erderhitzung.» Mit fehlenden Niederschlägen und hohen Tagestemperaturen gehe auch eine höhere Anfälligkeit, etwa für Schädlingsbefall, einher.
Derzeit dominierten noch Kiefern mit 60 Prozent in Berlins Wäldern, erläuterte Elmar Lakenberg, Leiter der Berliner Forsten. Vermehrt gebe man aber wieder Eichen Platz, die derzeit einen Anteil von gut einem Fünftel haben. Kiefer und Eiche hätten unterschiedliche Strategien, mit Wassermangel umzugehen. Die Senatorin betonte, Berlin steuere gegen und unterstützte die Berliner Forsten mit Personal und Geld. Ziel der Hauptstadt sind Mischwälder, die als widerstandsfähiger gelten. Man dürfe nicht nachlassen, den Wald umzustrukturieren, so dass er für die Berliner erhalten bleibe, betonte Günther. Gerade in Pandemiezeiten zeige sich, wie wichtig dieser Erholungsort für die Menschen sei.
Berlin beobachtet die Gesundheit seiner Wälder mit einem Stichprobennetz, für das rund 1000 Bäume an 41 Messpunkten kontrolliert wurden. Bereits zwischen 2003 und 2005 litten Berlins Bäume unter großer Trockenheit, anschließend verbesserten sich die Werte durch mehr regelmäßigen Niederschlag.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 7. Dezember 2020