Pilotprojekt für Mehrwegpfandbecher angekündigt

Pilotprojekt für Mehrwegpfandbecher angekündigt

Einweg-Kaffeebecher sorgen in Berlin für ungeheure Mengen an Müll. Verbraucher sollen deshalb künftig häufiger Heißgetränke im Mehrwegbecher kaufen können.

Mehrwegpfandbecher von Recup

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Mehrwegpfandbecher von Recup.

Ein am Montag, den 25. November 2019 von Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) vorgestelltes Pilotprojekt sieht vor, dass mehr Anbieter im Einzugsbereich der U-Bahn-Linie 2 und der Stadtbahn wiederverwendbare Pfandbecher ausgeben. Dafür ist nun der Aufbau eines Logistiksystems vorgesehen: Gebrauchte Becher werden abgeholt, gespült und saubere Becher wieder ausgeliefert. Dabei sollen Lastenfahrräder genutzt werden.

Recup übernimmt Umsetzung

Die Umsetzung übernimmt die Firma Recup, die Berliner Cafés und Bäckern seit einigen Jahren Mehrwegpfandbecher anbietet. Bisher sind rund 250 Verkaufsstellen dabei, etwa ein Fünftel davon im Bereich von U2 und Stadtbahn. Die Becher können bei jedem teilnehmenden Café zurückgegeben werden. Bisher spülen diese gebrauchte Becher selbst.

Spüllogistik startet im März 2020

Dass Spülmöglichkeiten fehlen, sei ein Grund, aus dem kleine Verkaufsstellen bisher keine Mehrwegbecher anbieten, hieß es bei der Umweltverwaltung. Gefördert werde das Vorhaben für zwei Jahre mit insgesamt 160 00 Euro. Vergleichbare Lösungen gebe es bundesweit noch nicht. Starten solle die Spüllogistik im März 2020.

Umwelthilfe begrüßt das Projekt

«Das Projekt geht in die richtige Richtung», sagte Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf dpa-Anfrage. «Man kann aber auch die Frage stellen: Warum erst jetzt?» Wenn sich das Projekt als «Luftnummer» erweisen sollte, so Fischer, müsse die Politik Maßnahmen ergreifen, wie eine Abgabe auf Einwegbecher.

460.000 Einwegbecher in Berlin pro Tag

Am Aufkommen der Wegwerfbecher hat sich dem Experten zufolge in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Die DUH geht allein in Berlin von einem täglichen Verbrauch von 460.000 Stück aus. Die Becher bestehen in der Regel nicht nur aus Pappe, sondern sind oft mit Plastik beschichtet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 25. November 2019